Pflegeheim

Wer im Herosé-Neubau alt werden will, wird mehr zahlen als heute

Das Siegerprojekt "Auberge" wurde letzten Monat vorgestellt.

Das Siegerprojekt "Auberge" wurde letzten Monat vorgestellt.

Im neuen Aarauer Pflegeheim werden die Hotellerie-Taxen künftig steigen. Die Pensionäre werden 148.91 statt 118 Franken pro Tag zahlen müssen.

Das Siegerprojekt für den Neubau des Pflegeheim Herosé wurde letzten Monat im Detail vorgestellt, nun hat der Stadtrat in seinem Kreditantrag für die kommende Einwohnerratssitzung die Kosten genauer offengelegt: 43,37 Millionen Franken sind für den Bau vorgesehen, das Projekt sei damit gegenüber den anderen «mit Abstand das wirtschaftlichste», schreibt der Stadtrat. Weil aber die Abschreibungen vom neuen Bau höher sein werden als heute, müssten die täglichen Hotellerie-Taxen, die die Pensionäre zahlen, von 118 auf 148.91 Franken erhöht werden. Der Abschreibungsanteil würde von heute 11.50 auf 42.41 Franken steigen.

Eine weitere Veränderung der Heimtaxen ist nicht ausgeschlossen: Erstens werden die wiederkehrenden Folgekosten für den baulichen Unterhalt im neuen Heim und mögliche zusätzliche Personalkosten bei der bevorstehenden Projektierung mit den heutigen Kosten verglichen. Allfällige Auswirkungen auf die künftige Hotellerie-Taxe würden dann ersichtlich. Zweitens könnte die Stadt künftig wieder Baurechtszinsen von den Pflegeheimen und der Alterssiedlung verlangen. Seit 2018 verzichtet sie darauf, als eine Art Finanzierungsbeitrag der Stadt an die Heime. Dieser Verzicht wird voraussichtlich in drei bis vier Jahren überprüft. Ob und ab wann diese Kosten von jährlich 270'400 Franken über die Taxen der Bewohner finanziert werden könnten, sei noch offen.

Projektierung und Bau kosten 47,26 Mio. Franken

Die Aarauer Einwohnerräte werden am 24. August nur über den beantragten Projektierungskredit von 3,39 Millionen Franken entscheiden. Weitere 0,5 Millionen Franken, die bereits in früheren Jahren dafür bewilligt wurden, kommen für diese Projektierung noch hinzu. Insgesamt wird das neue Herosé – Projektierung und Bau zusammen – nach heutigen Schätzungen 47,26 Millionen Franken kosten. Damit käme es um 0,84 Millionen Franken günstiger, als es der Stadtrat im Politplan 2019-2024 vorgemerkt hatte.

Die Heimbewohner der letzten 18 Jahre werden übrigens rückwirkend 8,88 Millionen Franken am Neubau des Herosé beigesteuert haben. Dies weil die Stadt seit 2002 in einem Investitionsfonds Geld für Unterhalts- und Baumassnahmen gespart hat, die über die Hotellerie-Taxen der Heimbewohner finanziert wurden. Mit der aktuellen Sanierung des Pflegeheims Golatti, der künftigen neuen Alterssiedlung beim Herosé und der Renovierung des Herzoghauses will die Stadt bis 2027 insgesamt rund 70 Millionen Franken für die Modernisierung ihrer Altersheime ausgeben.

Volksabstimmung im 2022, Eröffnung drei Jahre danach

Mit der Projektierung soll gleich nach dem Einwohnerratsentscheid im September begonnen werden. Danach wird der Einwohnerrat Anfang 2022 über den Baukredit entscheiden, wegen des hohen Geldbetrags braucht es danach zwingend eine Volksabstimmung. Baubeginn ist für Anfang 2023 vorgesehen, bezogen würde das neue Pflegeheim zwei Jahre später.

Geplant sind im Herosé 116 Pflegezimmer mit 24 Quadratmeter Nutzfläche, ein öffentlicher Park, eine Cafeteria, ein Dementengarten und ein 6x10 Meter grosses Schwimmbecken.

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