Die schwierigste Frage bezüglich Monopoly kann auch Beat Jost nicht beantworten: Sagt man nun MonOpoly oder MonopOly? «Ich spreche es auf beide Arten aus», sagt Jost. Er steht gerade am Gate am Flughafen Zürich, Destination: Macau, Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China. Die Dame beim Check-in sagte, einen Fluggast mit diesem Ziel habe sie noch nie getroffen.

Aus eigenen Stücken wäre Beat Jost auch nicht nach Macau geflogen. Aber dann informierte sich der leidenschaftliche Spieler eines Tages im Internet über die Öffnungszeiten des Spielwarenladens Franz Carl Weber und sah eine Ankündigung auf die Schweizer Meisterschaft im Monopoly-Spielen. Er meldete sich an und setzte sich am 30. Mai prompt gegen vierzig Mitspieler durch.

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Drum steht er nun am Flughafen, am Dienstag gehts um den 14. Weltmeistertitel. Die 15 Monopoly-Spiele, die er besitzt, darunter seine japanische Lieblingsversion, hatten nicht Platz im Gepäck. An der Weltmeisterschaft wird die amerikanische Version gespielt. Das teuerste Feld ist also nicht Zürich, Paradeplatz, sondern der «Boardwalk».

Aber auf eine bestimmte Strasse soll man nicht fixiert sein, sagt Jost. «Ich schaue immer vorzu und tausche später.» Und noch einen Tipp hat der Schweizer Meister im Häuserbauen: «Wenn ich sehe, dass langsam die Häuser ausgehen, wandle ich meine nicht in Hotels um, sonst werden ja wieder Häuser frei. So kann man die anderen blockieren.»

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Strategien liegen ihm. Jost wohnt in Aarau und arbeitet als Verkehrsingenieur in Bern. Doch auch bei Monopoly gilt: «Ohne Glück kann man nicht gewinnen und das Blatt kann sich schnell wenden.» Er kann allerdings auch gut verhandeln, wenns ums Tauschen von Grundstücken geht. «Man kann argumentieren und jammern», sagt der 41-Jährige. Damit das auch an der WM mit Teilnehmern aus 28 verschiedenen Ländern gelingt, werden im Hotel in Macau Dolmetscher zur Verfügung stehen. Als Siegesprämie winkt das Monopoly-Startgeld in echten 20 580 US-Dollars und die Jubiläumsausgabe, denn Monopoly feiert dieses Jahr seinen 80. Geburtstag.

Üben tut Jost für die WM sozusagen schon von Kindsbeinen an. Er weiss deshalb: «Spezielle Familienspielregeln sind ok, aber man muss sie vorher abmachen, sonst gibt es Ärger.» Ausserdem verzögerten solche Sonderregeln das Spiel meist. Jost hat im Spiel um den Schweizer-Meister-Titel seine Gegner innerhalb einer Stunde zum Bankrott gebracht.