Suhr

Wiedereröffnung: Der neue Chef bei Möbel Pfister gibt Sonderrabatt

«Die Mitarbeiter freuen sich auf die Wiedereröffnung»: Pfister-Chef Paul Holaschke. Bild: Alex Spichale

«Die Mitarbeiter freuen sich auf die Wiedereröffnung»: Pfister-Chef Paul Holaschke. Bild: Alex Spichale

Das Suhrer Möbelhaus freut sich trotz Erfolgen im Online-Handel auf die Wiedereröffnung.

«Wir sind optimistisch. Die Stimmung ist gut. Die Mitarbeiter freuen sich auf die Wiedereröffnung.» Das sagt Paul Holaschke (40), Chef von Möbel Pfister. Er ist seit dem Sommer 2017 in Suhr tätig und hat den Job als CEO im Januar angetreten. Knapp drei Monate nach Bekanntgabe der Übernahme durch XXXLutz und knapp drei Monate vor der Herausforderung Lockdown. Von den 1400 Angestellten konnten etwa 80 Prozent nicht arbeiten, sie hatten 100 Prozent Kurzarbeit. Nach acht Wochen geht es am Montag in allen 18 Filialen wieder los. Nahezu in Vollbesetzung. Etwas Kurzarbeit gibt es einzig noch in der Verwaltung.

«In den letzten Tagen alles auf Vordermann gebracht»

«Wir haben die Zeit genutzt um neue Sortimente auf die Fläche zu bringen», erklärt Holaschke und schwärmt von der Lancierung eines neuen Regalsystems am Montag. Über das gesamte Angebot betrachtet, seien die Farben, der Jahreszeit entsprechend, jetzt etwas frischer als vor dem 17. März. «Und in den letzten Tagen haben wir alles auf Vordermann gebracht.» Das heisst auch: entstaubt.

Die Hygienemassnahmen bei Pfister entsprechen in etwa denjenigen im Detailhandel. «Wir haben aber einen entscheidenden Vorteil», so Holaschke. Weil die Läden grösser seien, könnten pro Person 20 Quadratmeter Fläche gewährleistet werden. Im Detailhandel sind es nur 10. Pfister hat zudem eine Million Einwegmasken gekauft, die den Kunden – auf Wunsch – beim Eingang gratis abgegeben werden. Die Konsumenten profitieren in den ersten zwei Wochen von 15 Prozent Sonderrabatt, bei den Gartenmöbeln sind es sogar 20 bis 50 Prozent. Eine branchenweite Rabattschlacht erwartet Holaschke aber nicht.

Gleich viele Gartenmöbel verkauft wie im April 2019

Im klassischen Möbelgeschäft liegen die verkaufsstärksten Monate zwischen September und Januar. Nicht so im auf den Frühling ausgerichteten Gartenmöbelgeschäft. Und da ist interessant, wie in der Lockdown- Phase der Online-Handel lief. «Im April 2020 haben wir gleich viele Gartenmöbel verkauft wie im April 2019», sagt Holaschke. Er führt das primär auf das gute Wetter («die Kunden waren in Stimmung») und die leistungsfähige Pfister-Logistik («keine nennenswerten Lieferverzögerungen») zurück.

«Im Online-Handel wurden unsere Erwartungen ganz generell übertroffen», erklärt Paul Holaschke. Er spricht von einer Verfünffachung des Umsatzes in diesem Absatzkanal. Die Investitionen der letzten Jahre hätten sich ausbezahlt. Und sehr gut angekommen sei der kurzfristig eingeführte Wohnberater-Chat. Dieser hat in der Lockdown- Phase bei Pfister auch etwas Arbeit geschaffen.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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