Aarau Rohr

«Wir fordern ein neues Projekt» – was die Parteien zum «Winkel»-Ausbau sagen

Yannick Berner (FDP) möchte die Bedürfnisse beider Seiten miteinbezogen haben.

Yannick Berner (FDP) möchte die Bedürfnisse beider Seiten miteinbezogen haben.

Der Kreditvorlage für die Erweiterung der Rohrer Sportanlage droht ein Schiffbruch an der Einwohnerratssitzung vom kommenden Montag. Die Parteien äussern sich dazu.

Es zeichnet sich ab, dass ein oder mehrere Rückweisungsanträge in Vorbereitung sind – dem Vernehmen nach auch von der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission – und dass die überwiegende Mehrheit der Ratsmitglieder eine Rückweisung unterstützt. «Aus unserer Sicht wurden zu viele Ziele in dieses Projekt hineingepackt», sagt Peter Jann (GLP, gemeinsame Fraktion mit EVP/Pro Aarau). Damit meint er die Sanierung, die Kapazitätserhöhung zur Beseitigung der Platzknappheit und die Förderung des Frauen-Leistungsfussballs. Eine Sanierung und einen moderaten Ausbau mit nur einem Kunstrasenfeld halte die Fraktion für sinnvoll, aber: «Wir fordern eine Überarbeitung des Projekts, bei dem die Anwohner besser in den Prozess eingebunden werden und für das ein angemessenes Verkehrskonzept erarbeitet wird.» Ausserdem sei es wichtig, dass auch ökologische Aspekte mehr berücksichtigt werden.

Für die FDP sei klar, dass der «Winkel» sanierungsbedürftig sei und dass es in Aarau insgesamt zu wenig Platzkapazitäten für Trainings und Spiele gebe, sagt Fraktionschef Yannick Berner. Aber: «Wir fordern ein neues Projekt, das die Bedürfnisse beider Seiten besser einbezieht», sagt er. Ein Kompromiss, zum Beispiel mit nur einem Kunstrasenfeld.

«Ausgangslage für Umsetzung ist schlecht»

Die SVP werde das Projekt einstimmig zurückweisen, sagt Fraktionschefin Susanna Heuberger. Dem Stadtrat sollten für die Überarbeitung des Projekts nicht zu viele Vorgaben gemacht werden, aber: «Aus unserer Sicht braucht es eine Standortevaluation. Das vorliegende Projekt ist so im Winkel sicher am falschen Ort. Ausserdem haben wir schon bei der ersten Besprechung im Januar gefordert, dass die Kosten nochmals überarbeitet und gesenkt werden. Wichtig ist aber bei den nächsten Schritten, dass alle Anspruchsgruppen einbezogen werden: der Fussball, aber auch die Anwohner.»

«Ganz unabhängig davon, ob wir für oder gegen die Vorlage sind, ist die Ausgangslage für eine Umsetzung nach wie vor schlecht», sagt Petra Ohnsorg (Grüne). «Die vielen und auch unterschiedlichen Stimmen aus der Bevölkerung zeigen, dass es offene Punkte gibt, die geklärt werden müssen, bevor die Vorlage zur Abstimmung kommt.»

Eine der wenigen freien Flächen

Auch die SP wird den Rückweisungsantrag grossmehrheitlich gutheissen. «Wir wollen, dass man alle Player an den Tisch holt und eine möglichst einvernehmliche Lösung findet», sagt Fraktionspräsidentin Andrea Dörig. Sie betont, dass das Projekt – isoliert betrachtet – eigentlich sehr gut sei. «Es würde nicht nur dem Fussball helfen, der mehr Fläche braucht. Denn wenn die Fussballer weniger Turnhallenflächen brauchen, werden diese für andere Vereine frei. Das geht in der Diskussion oft vergessen.» Aber, so Dörig: Die Stadt habe sich «zu wenig bemüht, eine Balance zwischen allen Bedürfnissen zu finden.» Und als Rohrerin müsse sie auch zu Bedenken geben: «Der Winkel ist heute eine der wenigen freien Fläche, die den Rohrern noch zur Verfügung steht. Und wenn einst das Hinterfeld überbaut wird, die einzige.» (nro)

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