Sie haben nach eigenen Angaben erst vor drei Wochen mit der konkreten Planung der Volksinitiative begonnen. Das aber generalstabsmässig. Am Freitag liessen sie in Aarau 13'000 Unterschriftenbogen verteilen. Bis in einem Jahr muss die Gruppe «Unser Stadion» ungefähr 1500 Unterschriften sammeln. Die Initiative will in die Gemeindeordnung schreiben: «Die Stadt strebt ein selbstgebautes Fussballstadion auf öffentlichem Grund an.»

Zum Beispiel in der Obermatte Buchs. Das HRS-Projekt im Torfeld Süd habe für breite Kreise den Bogen überspannt, findet SP-Grossrätin Lelia Hunziker. Die ehemalige Aarauer Einwohnerratspräsidentin war noch nie Freundin des Stadionprojekts im Torfeld Süd. Jetzt ist sie zusammen mit alt Einwohnerrat Stephan Müller Co-Präsidentin des Vereins «Unser Stadion». Man wolle den gordischen Knoten rund um die Stadion-Frage lösen, sagt sie.

«Aarau soll einen unabhängigen neuen Weg gehen. Auf eigenem Land, mit bedürfnisorientierter Nebennutzung, städtebaulich sinnvoll eingebettet, klimaneutral: zeitgemäss, nachhaltig und sinnvoll. Kein Investor, der fordert und erpresst», so Lelia Hunziker.

Drohnenflug über das Areal Torfeld Süd in Aarau (16.8.2019)

Drohnenflug über das Areal Torfeld Süd in Aarau

«Initiative ist Störmanöver»

«Grundsätzlich sind wir über den Zeitpunkt und den Inhalt der Initiative erstaunt und enttäuscht», sagt Aaraus Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker, der am Donnerstag über die Initiative informiert wurde. «Unser Prozess wird damit torpediert. Wir wollen das Projekt Torfeld Süd jetzt zur Entscheidung bringen.» Er hoffe, dass die Stimmbürger erkennen würden, dass der stadträtliche Weg zu einer Lösung führen werde und die lancierte Volksinitiative ein Störmanöver sei. «Die Initianten bringen in ein laufendes Verfahren etwas völlig anderes ein. Sie wollen damit das Gesamtkonzept zum Kollabieren bringen», sagt Hilfiker. Der Realisierungshorizont des Vorschlags Obermatte liege bei 10 Jahren oder mehr. «Damit gefährdet man den Spitzenfussball im Aargau.»

Drohnenflug über die Obermatte in Buchs (16.8.2019)

Drohnenflug über die Obermatte in Buchs (16.8.2019)

Buchser Gemeindeammann ist ist «einigermassen erstaunt»

Urs Affolter, Ammann von Buchs, ist «einigermassen erstaunt, dass der Standort Obermatte nun nach gut 12 Jahren und erheblichen Aufwendungen aller Beteiligten für das Stadion Torfeld nun unvermittelt wieder zur Diskussion gebracht wird». Der Buchser Gemeinderat hatte 2007 klar gesagt, dass die Obermatte nicht in Frage komme.

«Ob mit den vergangenen Jahren auch die damaligen Argumente ‹vergangen sind› wäre zu prüfen, ebenso wie die Grundwassersituation», so Affolter. Das Raumentwicklungskonzept, eine wesentliche Grundlage der laufenden BNO-Revision in Buch, beurteilte den Suhre-Raum als «grünes Rückgrat» der Gemeinde und Region, welches es noch zu stärken gelte. «Wie weit mit einem Fussballstadion diese Anforderung erfüllt wird, ist offen», so Affolter.

Die unendliche Geschichte des Aarauer Stadions