Neue Serie
Wohin sind Sie unterwegs? Hier erzählen Reisende ihre Geschichte – heute in Aarau

In unserer Serie "Wohin sind Sie unterwegs?" erzählen Reisende in Bahnhöfen und an Bushaltestellen Leute ihre Geschichte. Heute: Miriam Wey (26), Assistenzärztin aus Aarau und Lars Wüthrich (22), Zivildienstleistender aus Muhen.

Marina Bertoldi und Kim Wyttenbach
Drucken
Teilen
«In anderen Ländern leben Menschen in Angst, haben zum Teil einen Geisterglauben. Auch sie sollen die Geschichten Jesu erfahren»: Miriam Wey im Bahnhof Aarau.

«In anderen Ländern leben Menschen in Angst, haben zum Teil einen Geisterglauben. Auch sie sollen die Geschichten Jesu erfahren»: Miriam Wey im Bahnhof Aarau.

Kim Wyttenbach

Standen Sie auch schon auf dem Bahnperron und fragten sich, wohin der Mann nebenan wohl verreist? Ober hätten Sie gerne gewusst, was die Pendlerin nebenan wohl arbeitet? Oder was die Grosseltern mit ihren beiden Enkeln im Schilde führen? Die AZ spricht in Bahnhöfen und an Bushaltestellen Leute an und lässt sie ihre Geschichten erzählen. Es geht um Alltägliches, um Geheimnisvolles, um Versponnenes, um grosse und kleine Träume. Hier erfahren Sie, was Sie schon immer von Mitmenschen wissen wollten, sie aber nie anzusprechen wagten.

«Mein Mann und ich überlegen uns, als Missionare tätig zu sein»

Miriam Wey (26), Assistenzärztin, Aarau

«In anderen Ländern leben Menschen in Angst, haben zum Teil einen Geisterglauben. Auch sie sollen die Geschichten Jesu erfahren»: Miriam Wey im Bahnhof Aarau.

«In anderen Ländern leben Menschen in Angst, haben zum Teil einen Geisterglauben. Auch sie sollen die Geschichten Jesu erfahren»: Miriam Wey im Bahnhof Aarau.

Kim Wyttenbach

«Ich hole am Bahnhof eine gute Freundin ab, die mich heute besuchen kommt. Wir haben zusammen Medizin in Basel studiert. Erst vorgestern habe ich mein erstes Arbeitsjahr in der Klinik Hirslanden abgeschlossen. Nun beginne ich ein Praxisassistenzjahr in einer Hausarztpraxis in Lenzburg. Danach will ich gerne in Richtung Allgemeinmedizin gehen. Allerdings überlegen mein Mann und ich, nächstes Jahr eine Missionsschule in England zu besuchen. Er studiert zurzeit Theologie, ich selbst bin in einem gläubigen Elternhaus aufgewachsen. Wo auf der Welt wir missionarisch tätig sein wollen, wissen wir noch nicht. Ziel ist es, Menschen das Evangelium näher zu bringen, die noch nie davon gehört haben. Bei uns sind die Geschichten aus der Bibel bekannt. Einige glauben daran, andere nicht. In anderen Ländern leben Menschen jedoch in Angst, haben zum Teil einen Geisterglauben. Auch sie sollen die Geschichten Jesu erfahren.»

«Das Geld ist überwiesen. Ich bekomme jetzt den zweiten Teil meines Tattoos»

Lars Wüthrich (22), Zivildienstleistender, Muhen

 «Ein Abbild meiner Schwester und meines Bruders». Das Tattoo auf dem Oberarm von Lars Wüthrich.

«Ein Abbild meiner Schwester und meines Bruders». Das Tattoo auf dem Oberarm von Lars Wüthrich.

Kim Wyttenbach

«Ich bin auf dem Weg zurück nach Muhen. Kürzlich habe ich meinen ersten Zivildiensteinsatz in einer Schule beendet. Nun habe ich etwas Zeit, bevor ich meinen zweiten Einsatz im Staatsarchiv antrete. Gerade habe ich in Aarau Geld für eine Tätowierung einbezahlt. Ein Teil ist schon fertig: ein Abbild meiner Schwester und meines Bruders. Als Vorlage diente ein Foto aus Kinderzeiten. Nun steht diese Woche der zweite Teil, ein Vollmond, bevor.

 «Zivi» Lars Wüthrich (22).

«Zivi» Lars Wüthrich (22).

Kim Wyttenbach

Meine Geschwister sind 11 und 9 Jahre älter als ich. Sie sind von zu Hause ausgezogen, als ich noch klein war. Trotzdem haben wir heute ein super Verhältnis. Als meine Schwester schwanger wurde, war dies ein Grund, weshalb ich nach 86 Tagen aus dem Militärdienst ausgetreten bin. Ich wollte dabei sein und das Kind nicht nur am Wochenende sehen. Ausserdem waren wir im Militär zu zweit als Truppenbuchhalter und hatten wenig zu tun. Mit der Entscheidung bin ich sehr zufrieden. Der Zivildienst hat mir gezeigt, dass ich gerne eine Weiterbildung machen will. Ich habe nach der Oberstufe in Kölliken die Kaufmännische Ausbildung bei einer Stahlhandelsfirma abgeschlossen. Wenn ich mit dem Zivildienst fertig bin, will ich die Berufsmaturität machen und später studieren. Was genau, steht noch nicht fest. Da ich selbst sehr sportlich bin, interessiert mich alles, was mit Körper und Geist zu tun hat. Daher kann ich mir Ernährungswissenschaften oder Psychologie vorstellen.»

Aktuelle Nachrichten