Suhr
Wunschdenken bei Planung des Henz-Areals? Verkehrsfragen rücken in den Fokus

Auf dem «Henz-Areal» sind ein 39 Meter hohes Hochhaus und drei weitere Baukörper mit rund 200 Wohnungen geplant. Am Informationsanlass sorgten vor allem Verkehrsfragen für Skepsis – die Planer zeigten sich jedoch zuversichtlich.

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Auf dem Henz-Areal sind rund 200 Wohnungen geplant, aber nur um die 170 Einstellplätze in der Tiefgarage.

Auf dem Henz-Areal sind rund 200 Wohnungen geplant, aber nur um die 170 Einstellplätze in der Tiefgarage.

Visualisierung/Supervisual GmbH

Ziel eines Informationsanlasses vom Dienstagabend war es, die Änderung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) «Henz-Areal» und das Hochhauskonzept der Bevölkerung vorzustellen.

Geplant sind auf dem Areal ein 39 Meter hohes Hochhaus und drei weitere Baukörper, die ebenfalls dem Wohnen dienen, im Erdgeschoss aber Gewerbe- und Restaurationsbetriebe beherbergen sollen.

Dies, wie Bauverwalter Lukas Sigrist erklärte, weil man dem Areal einen Zentrumscharakter verleihen wolle. Die Hochhauspläne machen die Umzonung in eine neu geschaffene Kernzone K5 nötig.

Bei visionären Vorhaben dieser Art, räumte der für das Ressort Bau zuständige Gemeinderat Thomas Baumann ein, bestehe immer ein gewisses Risiko. Baumann zeigte sich trotzdem überzeugt, dass beim Hochhausprojekt «die Chancen für Suhr überwiegen».

Baumann erhofft sich davon ein stärkeres Zusammenwachsen der südlichen Quartiere mit dem Ortskern und «eine positive Ausstrahlung in die benachbarten Quartiere», die teilweise zu «Problemquartieren» geworden seien.

Die Änderung des Bauzonenplans Henz-Areal und die entsprechende Änderung der BNO sind die verbindlichen Teile der bis zum 3. April öffentlich aufgelegten Unterlagen. Anders als bei der Mitwirkung ist jetzt nur noch berechtigt, beim Gemeinderat Einwendungen zu deponieren, wer ein schutzwürdiges eigenes Interesse geltend machen kann.

Das erklärte der Siedlungsplaner Paul Keller von der Ennetbadener Arcoplan, die für den Planungsbericht zur Teiländerung der Nutzungsplanung Henz-Areal zuständig war.

Gemeinderat Thomas Baumann schwächte Kellers Aussage allerdings ein wenig ab: Es gebe hier unterschiedliche Auffassungen, zumal es sich bei einem Vorhaben dieser Dimension ja nicht bloss um ein Einfamilienhaus mit einem sehr beschränkten Kreis von Betroffenen handle. Die Beschlussvorlage dürfte im November vor die Gmeind kommen.

Etwa die Hälfte der rund 25 anwesenden Personen dürften dem Projekt im Grundsatz eher skeptisch gegenüberstehen. Mit der Öffnung der Diskussion fürs Publikum rückten fast ausschliesslich Verkehrsfragen in den Fokus.

Aus dem Plenum kam der Einwand, das Henz-Areal liege verkehrstechnisch schlecht: «Da dürfte man eigentlich keine Wohnungen bauen.» Thomas Baumann bestritt das: Das Henz-Areal liege in der Nähe zum Bahnhof. Dass alle mit dem öV zur Arbeit gehen würden, wurde ihm entgegnet, sei blosses Wunschdenken.

Und eine ältere Frau stellte die rhetorisch gemeinte Frage, wer denn mit dem öV einkaufen gehe. Auf dem Henz-Areal sind rund 200 Wohnungen geplant, aber nur um die 170 Einstellplätze in der Tiefgarage. Fragen gab es auch zur Fussgängersicherheit bei der Querung der Gränicherstrasse zwischen Henz-Areal und Bahnhof.

Ein Fussgängerstreifen genüge nicht, tönte es aus dem Plenum. Die Möglichkeit einer Ampel, tönte Gemeinderat Baumann an, könne man mit dem Kanton prüfen. (uw)

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