Unterentfelden

«Zünftig etwas bewegen»: Laura Rufer setzt bei ihrer Grossratskandidatur auf die Karte Jugend

Laura Rufer (24, FDP), beim Gemeindehaus in Unterentfelden, wo sie aufgewachsen ist.

Laura Rufer (24, FDP), beim Gemeindehaus in Unterentfelden, wo sie aufgewachsen ist.

Die 24-jährige Laura Rufer aus Unterentfelden will die Stimme der Jungen und Freisinnigen im Grossen Rat sein. Die Jus-Studentin fokussiert sich auf die Kernthemen Wirtschaft, Digitalisierung und Bildung.

Aus einer Politikerfamilie stammt sie nicht, dass das politische Feuer in ihr lodert, hat Laura Rufer ganz für sich allein entdeckt. Die 24-jährige Jus-­Studentin und juristische Mitarbeiterin aus Unterentfelden engagierte sich früh, präsidierte zwei Jahre lang das Aargauer Jugendparlament. Nach einer Nationalratskandidatur für die Jungfreisinnigen letztes Jahr will sie nun für die FDP in den Grossen Rat – und dort zünftig «etwas bewegen», wie sie sagt.

Dabei setzt sie vor allem auf die Karte Jugend: Gerade im Kantonsparlament, wo so viel massgebliches für die Zukunft entschieden werde, seien Menschen unter 30 Jahre untervertreten. Aktuell haben die beiden jüngsten Ratsmitglieder Jahrgang 1990. «Dabei stellen die unter 30-Jährigen etwa einen Drittel der Bevölkerung.»

Die liberalen Werte ins Kantonsparlament tragen

Jüngere Parlamentarier sind zudem oft linksgrün, sie hingegen will gerne «die liberalen Werte» ins Kantonsparlament tragen. «Eine junge Perspektive, aber mit der Gewissheit, dass eine freie Wirtschaft und der Wohlstand schlussendlich allen dienen.» Gerade in Zeiten von Corona merke sie, «wie freisinnige Politik den Menschen ­entspricht». «Eine Bevormundung der Bürger und Bürgerinnen durch den Staat ist vielen zuwider, die persönlichen ­Freiheiten werden geschätzt.»

Gesellschaftlich pflege die FDP laut Laura Rufer liberale Werte wie die Ehe für alle oder die ­Elternzeit. Themen, die üblicherweise von linken Parteien bedient werden. Die Freisinnigen gingen laut ihr aber reflektierter vor, denken langfristiger und nachhaltiger. «Es wäre ja schade, ein Projekt anzureissen und später abbrechen zu müssen, weil es finanziell nicht mehr tragbar ist.»

In der Fachhochschule sieht sie Verbesserungspotenzial

Politisch fokussiert Laura Rufer auf drei Kernthemen Wirtschaft, Digitalisierung und ­Bildung, wobei beide Letztere ineinander übergehen. In der Schule gebe es «grosse Unterschiede unter den Gemeinden, wie digital fit man ist», sagt sie. Auch in der Fachhochschule sieht sie Verbesserungspotenzial.

Als «besonderes Anliegen» beschreibt sie das Fusionsprojekt Zukunftsraum Aarau, über das ihre Heimatgemeinde Unterentfelden in weniger als drei Wochen an der Urne entscheiden wird. Anders als in Suhr, das sich am Sonntag vom Projekt verabschiedet hat, ist die FDP in Unter- und Oberentfelden klar für den Zukunftsraum.

Eine Fusion nur zwischen Aarau und beiden Entfelden mache für Laura Rufer «auf jeden Fall Sinn». «Beide Entfelden gewinnen enorm an Gewicht bei einer Fusion mit Aarau, ohne ihre Identitäten aufgeben zu müssen», sagt sie. «Die Zusammenarbeit wird gestärkt und wichtige Projekte so schneller zum Abschluss gebracht. Dazu ergeben sich Vorteile in der Raumplanung und allgemein neue Möglichkeiten.»

Zukunftsraum sei nicht gefährdet, trotz Nein in Suhr

Dass der gelebte Raum längst über die Gemeindegrenzen hinausgeht, sei für sie sowieso Alltag. «Für mich ist nie alles an nur einem Ort. Meine Grosseltern wohnen in Oberentfelden, ich habe dort die Oberstufe besucht.» Ist man als kleine Einheit aber nicht effizienter und näher bei den Menschen? «Wenn man klein ist, ist es schwierig, grosse Projekte zu realisieren», sagt sie. Zudem seien Zusammenarbeitsverträge, die zuerst durch alle Gemeindegremien durchmüssen, träger und letztlich ineffizienter.

Trotz dem Nein aus Suhr sieht sie ein Ja zum Zukunftsraum in Unterentfelden nicht als gefährdet und bleibt zuversichtlich. Auch eine Fusion ohne Oberentfelden wäre für sie denkbar. «Unterentfelden gewinnt vor allem durch die Fusion mit Aarau», sagt sie. Es wäre aber besser, wenn beide Entfelden den gleichen Weg einschlagen würden.

Letztes Jahr einige Listenplätze gutgemacht

Für die Grossratswahlen wurde Laura Rufer als einzige Vertreterin aus Unterentfelden auf Platz 11 der FDP-Bezirksliste nominiert. Bei den Nationalratswahlen letztes Jahr war sie viel im Kanton unterwegs, überholte mit 1166 Stimmen die halbe Liste vor sich und landete auf Platz 8. Eine Wahlkampagne mit öffentlichen Anlässen werde dieses Mal wegen Corona aber schwierig. Als Präsidentin der Jungfreisinnigen Aarau-Lenzburg-Kulm versucht sie aber präsent zu sein, wo sie kann.

Sowieso sei ihre Freizeit meistens von Politik geprägt. Sonst macht Laura Rufer nebst dem Masterstudium an der Hochschule St. Gallen (HSG) etliche Praktika in Anwaltskanzleien oder zuletzt in London in einer kostenlosen Rechtsberatung, wo sie die dortige Realität mit vielen Sozialfällen kennenlernte. Laura Rufer schreibt auch seit Jahren als freie Journalistin, etwa in der Studierendenzeitschrift der HSG.

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