Suhr

Zukunft des Suhre Park: Oben frische Betten, unten frisches Brot

Entlang der Suhre entstehen die vier Wohnbauten mit 93 Mietwohnungen. Das Ufer wird renaturiert. (Visualisierung)

Entlang der Suhre entstehen die vier Wohnbauten mit 93 Mietwohnungen. Das Ufer wird renaturiert. (Visualisierung)

Auf der Brache der einstigen Textildruckerei Suhr AG könnten bald die Bagger auffahren. Gebaut werden nicht nur Wohnungen, sondern auch ein Hotel.

Seit knapp drei Jahren spriesst auf dem Areal der ehemaligen Textildruckerei Suhr AG mitten im Dorf nicht mehr als der Löwenzahn. Doch jetzt soll endlich Bewegung in die Sache kommen und mit den Arbeiten an der Überbauung Suhre Park begonnen werden.

Allerdings sind gegen das Baugesuch, das bis vor knapp zwei Wochen aufgelegen ist, zwei Einsprachen eingegangen, die beide den Verkehr betreffen. Doch Markus Spiess, Geschäftsführer der Investitionsgesellschaft Suhre Park AG, ist überzeugt, dass man sich mit den involvierten Parteien im Gespräch finden kann. «Klappt das, könnten wir diesen Sommer mit dem Bau beginnen.»

Seit Auflage des Baugesuchs ist klar: Suhr wird nebst dem «Bären» und dem «Kreuz» ein drittes Hotel bekommen. Ein Drei-Sterne-Hotel mit rund 55 Zimmern soll es werden.

Ist da die Konkurrenz innerhalb des Dorfes nicht zu gross? «Wir richten uns mit diesem Angebot nicht in erster Linie an Touristen, sondern an Berufstätige, die sich längere Zeit in der Region aufhalten», sagt Spiess.

Deshalb werden die Zimmer auch mit Kochnischen versehen. Je nach Bedarf kann der Gast die Serviceleistungen des Hotels, wie beispielsweise Wäsche-Service oder Frühstücksangebot, in Anspruch nehmen. Mit einem Hotelier, der die Anlage führen könnte, laufen bereits vertiefte Verhandlungen.

Für den grossen Längsbau, in dem auch das Hotel untergebracht wird, muss noch ein Gebäude weichen: Von der Ecke Tramstrasse, wo heute noch das Haus mit dem Elektroinstallationsgeschäft Eckert im Erdgeschoss steht, zieht sich der Bau der Bernstrasse Ost entlang bis zur Alten Gasse.

Bäckerei und Lebensmittelladen

Das Hotel käme im Gebäudeteil in der Ecke Tramstrasse/Bernstrasse zu liegen. Während die Zimmer auf die drei Obergeschosse verteilt werden, werden im Erdgeschoss ein Restaurant und ein Kafi eingerichtet, das laut Spiess sowohl für Hotelgäste als auch für Passanten offen sein soll.

Weiter sollen in dem langen Bau eine Bäckerei und ein Lebensmittelgeschäft einziehen. «Das Lebensmittelgeschäft hat mit rund 900 Quadratmetern die Grösse eines Dorfladens», sagt Spiess.

Gedacht sei er vor allem für Kunden aus der Überbauung oder für Pendler, die auf dem Weg vom Bahnhof ins Dorf noch rasch etwas einkaufen müssen. «Die Ladengrösse wurde so gewählt, damit wir nicht zusätzlichen Verkehr generieren», so Spiess. Als neues Dorfzentrum wolle man sich keinesfalls etablieren, vielmehr als Verbindungszone zwischen dem alten Dorfkern, dem Bahnhofsareal und der Industriezone mit den grossen Einkaufsläden.

Hinter dem Längsbau entlang der Bernstrasse sind vier Wohnbauten mit 93 Mietwohnungen geplant (38 Zwei-Zimmer-, 52 Drei-Zimmer- und 3 Vier-Zimmer-Wohnungen), die allesamt zur Suhre hin ausgerichtet sind.

Das Ufer werde renaturiert und der Ausblick somit sehr idyllisch, so Spiess. Eine Familiensiedlung werde es aber nicht, alleine schon wegen der Wohnungsgrössen.

«Das Angebot richtet sich vorwiegend an Ein- bis Zweipersonenhaushalte, die ein zentrales Wohnen bevorzugen.» Alle Wohnungen sind barrierefrei konzipiert und rollstuhlgängig und eignen sich deshalb auch als Alterswohnungen.

Parkähnlich gestaltet werden soll der Raum zwischen den Gebäuden. Autofahrer können ihre Fahrzeuge in der unterirdischen Einstellhalle mit etwa 280 Plätzen, verteilt über zwei Geschosse, abstellen. Davon ist das erste Untergeschoss mit seinen rund 130 öffentlichen Parkplätzen für die Kunden der Geschäfte bestimmt.

Bezug ab Herbst 2017

Kann mit dem Bau tatsächlich im Sommer gestartet werden, rechnet Spiess damit, dass die ersten Mieter im Herbst 2017 einziehen können. Die Befürchtung, dass die Bauarbeiten denen des Kantons in die Quere kommen könnten, der mit verschiedenen Massnahmen den Verkehrsknoten Suhr verbessern wird, hat Spiess nicht.

Im Gegenteil: «Wir können dem Kanton Land für das Abstellen der Baucontainer und Baumaschinen zur Verfügung stellen.» Ausserdem könne man durch die zeitgleichen Bauarbeiten auch Synergien, beispielsweise beim Leitungsbau, nutzen.

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