Unterentfelden

Zukunftsraum Aarau: «Die Hoffnung stirbt zuletzt»

Blick in die Zukunft: Alt-Gemeinderätin Beatrix Donzé sieht beide Entfelden im Zukunftsraum.

Blick in die Zukunft: Alt-Gemeinderätin Beatrix Donzé sieht beide Entfelden im Zukunftsraum.

Am 18. Oktober stimmt Unterentfelden über den Zukunftsraum ab. Das Pro-Komitee will den Ausstieg verhindern.

In weniger als einem Monat stimmt Unterentfelden an der Urne über den Verbleib im ­Zukunftsraum ab. Das kürzlich gegründete überparteiliche Pro-­Komitee Unter- und Oberentfelden will verhindern, dass Unterentfelden am 18. Oktober der Regionalfusion – wie kürzlich Suhr – den Laufpass gibt.

Mit dabei im Komitee ist die Unterentfelder alt Gemeinderätin Beatrix Donzé (FDP). «Ich sehe im Zukunftsraum viele Vorteile», sagt die 75-Jährige. Einer davon ist der finanzielle: «Ohne Fusion werden wir mehr und mehr in Nöte kommen», sagt Beatrix Donzé.

Doch das Geld ist nicht der einzige Grund, weshalb sich die alt Gemeinderätin dem Pro-Komitee angeschlossen hat. «Es ist eine Entscheidung für die junge Generation», sagt die Politikerin. Mit dem Zukunftsraum bleibe die Region attraktiv. Ausserdem seien die Gemeindegrenzen im Zukunftsraum-Gebiet ohnehin schon lange nicht mehr sichtbar. «Warum soll die Region nicht gemeinsam etwas aufbauen? Gemeinsam können wir mehr bewirken», sagt die Unterentfelderin.

Beatrix Donzé hat die Entwicklungen des Zukunftsraums Aarau seit der Stunde Null miterlebt. Zusammen mit ihrem Mann ist die Freisinnige vor 34 Jahren von Luxemburg nach Unterentfelden gezogen. Von 1996 bis 2013 kümmerte sie sich im Gemeinderat um das Sozialressort. Als die Regionalfusion erstmals zum Thema wurde, war sie noch im Amt.

Schon damals war die ehemalige Bankangestellte klar für die Fusion. «Ein regionales Denken ist für mich selbstverständlich», sagt Beatrix Donzé. Sie habe in ihrer Zeit als Gemeinderätin mehrmals erlebt, welchen Vorteil die Region aus einer engen Zusammenarbeit ziehen könne. So etwa Ende der 90er-Jahre, als die Gemeinden und Aarau zusammen gegen die Drogenproblematik vorgingen.

Nicht gelten lässt die dreifache Mutter das Argument der Gegner – nur die SVP hat in Unterentfelden offiziell die Nein-Parole ergriffen –, das Dorf verliere an Demokratie. «Wir heissen weiter Unterentfelden, behalten das Wappen und können weiter mitreden – vielleicht sogar noch mehr», sagt sie. Emotional würde sich gar nichts ändern.

Davon will das 24-köpfige Pro-Komitee mit Flyern, Leserbriefen und persönlichen Gesprächen kurz vor der Abstimmung noch möglichst viele Unterentfelder überzeugen. Beatrix Donzé gibt sich verhalten optimistisch: Es könne schon sein, dass sich der eine oder andere nach dem Zustandekommen der Referenden in Aarau und Oberentfelden Gedanken mache, sagt sie. «Aber die Hoffnung stirbt zuletzt», sagt sie.

Den Befürwortern geht es allerdings nicht nur um Unterentfelden. Im Komitee sind beide Entfelden vertreten. Oberentfelden hat dieses Jahr an der Gemeindeversammlung bereits einmal «Ja» gesagt zum Zukunftsraum. Am 29. November stimmen sie im Rahmen des ergriffenen Referendums erneut über den Verbleib der Gemeinde im Projekt ab.

Bei einem «Nein» aus Oberentfelden stünden nur noch Aarau (21'500 Einwohner) und Unterentfelden (4070 Einwohner) als Fusionspartner zur Debatte, falls sich in Densbüren («Nein» an der Gmeind vom 16.9.) nicht doch noch ein Referendum ergibt. Wie steht die alt Gemeinderätin zu dem Szenario analog der Fusion von Rohr 2010? Man hoffe natürlich auf ein erneutes «Ja» aus Oberentfelden, sagt die 75-Jährige. «Sollte es jedoch anders kommen, sehe ich dennoch Vorteile für eine Fusion», sagt sie.

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