Aarau
Zwei neue Wildhüter für das Revier mitten in Aarau

Aaraus Stadtzentrum ist ein Jagdrevier. Gejagt werden darf dennoch nicht, denn es ist ein Schongebiet. Das überrascht nicht, schliesslich dürften hier mehr Laternenpfähle als grosse Bäume stehen. René Hächler und René Senn haben neu die Jagdaufsicht.

Sabine Kuster
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Von 630 ha Schongebiet sind nur 33 ha Wald. Quelle: Ortsbürgergemeinde

Von 630 ha Schongebiet sind nur 33 ha Wald. Quelle: Ortsbürgergemeinde

In den wenigen von Autos umfahrenen, grünen Gebieten gibt es zahlreiche Spaziergänger. Den Wildtieren sei also gegönnt, dass sie sich hier nicht auch noch vor den Jägern in Acht nehmen müssen.

Auch mitten in der Stadt Wildtiere

Die Zahl der Wildtiere in Aarau ist nicht bekannt, ist aber nicht zu unterschätzen: In den Gärten finden Marder, Füchse, Eichhörnchen und hie und da sogar ein Dachs Unterschlupf. In der Aare schwimmen auch auf Stadtgebiet Bieber und entlang der bewaldeten Ufer verirrt sich ab und zu eine Wildsau oder gar ein Reh auf das Stadtgebiet, vermutet Jagdaufseher René Senn. «Die Tiere kommen zum Beispiel vom Rohrer Schachen her», sagt Senn. Er ist zusammen mit René Hächler neu mit der Jagdaufsicht beauftragt. Damit amten sie auch als Wildhüter und lösen Hans Döbeli ab, dem per Ende Jahr gekündigt wurde.

Zu ihren Aufgaben gehört das Einsammeln von toten Tieren, Einsätze bei Störungen durch Wildtiere oder zu «seuchenpolizeilichen Zwecken», wie in ihrem Anstellungsvertrag festgehalten ist. Die Wildhüter müssen innert 15 Minuten vor Ort sein. Sie beraten ausserdem Liegenschaftsbesitzer in «jagdlichen und wildbiologischen» Fragen. Die beiden sind Jäger und ausgebildete Jagdaufseher, muss ein Tier geschossen werden, kommen ebenfalls sie zu Einsatz.

Von der Nummer 1 zum Revier 300

Der Aargau ist in 210 Jagdreviere aufgeteilt. Früher war Aarau die stolze Nummer 1, seit Inkrafttreten des neuen Jagdgesetzes 2010, hat das geändert. Stadtoberförster Christoph Fischer weiss, wieso: Als die Reviere damals vom Kanton neu verpachtet wurden, sei Aarau vergessen gegangen, weil es im Schongebiet nichts zu jagen gibt. Aarau wurde nachträglich die Zahl 300 zugeteilt.

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