Aarau
Zweiter Meisterschaftssieg zum 65. Geburtstag

Der sechsjährige Wallach Attenarco gewann vor 7000 Zuschauern die 68. Meisterschaft der Traber.

Ueli WIld
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Der Start ist in der Meisterschaft wichtig: Beide Turrettini-Pferde, Attenarco (ganz links) und Vlattimaro (ganz rechts), sind gut weggekommen, in der Mitte Top Boy. uw

Der Start ist in der Meisterschaft wichtig: Beide Turrettini-Pferde, Attenarco (ganz links) und Vlattimaro (ganz rechts), sind gut weggekommen, in der Mitte Top Boy. uw

Ueli Wild

Es war ein Geburtstagsgeschenk, das Attenarco seinem Fahrer, Züchter und Besitzer Henri Turrettini machte: «Heute», verriet der unkomplizierte Genfer Privatbankier bei der Siegerehrung, «feiere ich meinen 65. Geburtstag.» 20 Jahre ist es her, seit Turrettini schon einmal die Meisterschaft der Traber gewann – mit der Inländerstute Cattleya. Damals konnten die in der Schweiz gezüchteten Pferde 25 Meter vor dem Rest ins Rennen gehen. Heute wird dieses mit dem Auto gestartet, doch die Inländer geniessen immer noch einen Vorteil: Sie haben einen Startplatz in der ersten Reihe auf sicher, was auf der engen Aarauer Bahn in einem Rennen, das von Anfang an auf Tempo gefahren wird, ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist.

Beide Pferde der Ecurie Turrettini, Attenarco und Vlattimaro, erwischten einen guten Start. Etwas weniger gut kam Tango du Martza, der dritte Inländer im 14er-Feld, weg, fand im Verlauf der ersten Runde jedoch Anschluss an die Spitze. Tango ist ein Produkt des andern grossen Schweizer Traberzüchters: Jean-Pierre Kratzer. Der starke Mann im Schweizer Pferderennsport wurde in den letzten Jahren im Besitzerchampionat stets Zweiter hinter Henri Turrettini.

Top Boy mit Adrian Burger im Sulky versuchte, den Inländern beim Start die Spitze streitig zu machen. Zunächst mit Erfolg. Doch Top Boy geriet dabei etwas gar schnell in den ersten Bogen und galoppierte sich aus dem Rennen. So waren die beiden Turrettini-Pferde an der Spitze unter sich, wobei der von Trainer Vitor Nunes de Oliveira pilotierte Vlattimaro die Führungsarbeit leistete. Ende der ersten Gegenseite erkämpfte sich Un Géant d’Amour (Jean-Bernard Matthey) die Spitze und behauptete diese bis Anfang der der Einlaufgeraden.

Zwei Inländer im Ziel vorne

Im letzten Bogen unternahm die Ex-Schöftlerin Barbara Aebischer-Schneider mit Podium du Rib einen Aussenangriff, der den 13-Jährigen auf der Geraden zwar in Front brachte, doch fehlte diesem nun die Kraft, die der weite Weg gekostet hatte. Zuerst ging Tango du Martza innen an ihm vorbei, dann griff Attenarco, der sich, Podium du Rib folgend, freie Bahn verschafft hatte, aussen an und liess auf den letzten Metern auch Tango du Martza noch um 1,25 Längen hinter sich. Podium du Rib wurde, als erstes aus der zweiten Reihe gestartetes Pferd, Dritter. Favorit Padolin, der Meister 2014, folgte als Vierter, zwei Längen vor dem gut endenden Mitfavoriten Rebus, der bei der Startplatzvergabe (hintere Reihe, ganz aussen) wenig Losglück gehabt hatte.

Im Galoppsektor ritt der Oberkulmer Michael Huber alle drei ihm anvertrauten Pferde ins Geld: Be My Hope war knapp geschlagener Zweiter über Hürden, Memberof wurde Dritter in der Jagd und Pilgrim Vierter im Cross Country.

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