Kino
Aargauer Kinos wollen Terroristen-Film nicht zeigen

Am letzten Donnerstag ist die Dschihad-Komödie «Four Lions» angelaufen. In Baden und Aarau wird der Film jedoch nicht zu sehen sein.

Drucken
Teilen

Sie rennen mit lustigen Kostümen über Strassen, stellen sich mit Waffen ungeschickt an oder schlucken Sim-Karten von Handys, um von der Polizei nicht geortet werden zu können. In der Komödie «Four Lions» werden islamistische Selbstmordattentäter dilletantisch und unfähig dargestellt.

Der Film hatte schon vor der ersten Ausstrahlung für heftige Diskussionen gesorgt und Ängste geschürt. So wird in der Branche der Film mit den Mohammed-Karikaturen verglichen. Ähnliche Reaktionen aus islamistischen Kreisen seien denkbar, so Experten.

Der Vergleich mit den Mohammed-Karikaturen sei falsch, sagt etwa Valerio Bonadei vom Filmbüro. «Ausserdem werden keine Gottesbilder ironisiert, sondern Terroristen dilletantisch dargestellt.» Er habe den Film auch dem islamistischen Zentralrat gezeigt. «Und sie haben den Film lustig gefunden», sagt Bonadei. Er verstehe deshalb die Aufregung um den Film nicht. «Es ist aber das gute Recht der Kinobetreiber, auf den Film zu verzichten», sagt er gegenüber az.

Die Aufregung versteht man auch bei «Praesens Film» nicht, die «Four Lions» verleihen. «Wir sahen uns den Trailer an und fanden ihn lustig. Und wir fanden es wichtig, diesen Film zu zeigen», sagt Tamara Araimi gegenüber «20 Minuten Online».

«Film in Grossstädten richtig platziert»

Gar nicht lustig findet man die Dschihad-Komödie in Aarau und Baden. Die Kinos in den beiden Städten zeigen die Dschihad-Komödie nicht. «Ich habe den Trailer gesehen und fand ihn nicht witzig», sagt Alexandra Sterk vom Kino Sterk in Baden.

Sie betont, dass man auf «Four Lions» nicht aus Angst vor Reaktionen von Islamisten verzichte. «Der Film ist zu speziell für kleinere Kinos. Wir haben schlicht keinen Platz dafür», so Sterk weiter.

Genau so denkt Rolf Portmann, Kinobetreiber in Aarau: Jährlich würden rund 550 teils kommerzielle Filme veröffentlicht. Daraus müsse er rund 200 Filme aussuchen. So viele kann er nämlich auf dem gesamten Kinoplatz Aarau jährlich zeigen, erklärt Portmann. Auch er sagt: «Der Film ist in Grossstädten richtig platziert und würde bei uns in Aarau keinen Anklang finden.»

Der Film ist in den Riffraff-Kinos in Zürich sowie in den Kinos in Bern, Luzern, Biel, Basel, Winterthur und St.Gallen zu sehen. (sha)

Aktuelle Nachrichten