Baden

4,65 Mio. Franken: Ortsbürger verhelfen zu Schulraum in Dättwil

Der Kauf der Liegenschaft Husmatt 7/9 ist als Schulraumreserve in Dättwil aus strategischen Gründen erfolgt. -rr-

Der Kauf der Liegenschaft Husmatt 7/9 ist als Schulraumreserve in Dättwil aus strategischen Gründen erfolgt. -rr-

Liegenschaft Husmatt 7 und 9 für 4,65 Mio. Franken gekauft. Es ist davon auszugehen, dass das neue Wohngebiet den Bau von zusätzlichem Schulraum notwendig machen wird.

Die Ortsbürgergemeinde von Baden hat am Montagabend an ihrer Gemeindeversammlung unter freiem Himmel auf der Baldegg einen weiteren wegweisenden Entscheid gefällt. Sie genehmigte den Kaufvertrag für die Liegenschaft Husmatt 7 und 9 in Dättwil, die unmittelbar neben der Schulanlage Höchi liegt. Die 4,65 Mio. Franken mögen auf den ersten Blick als hoch erscheinen, doch der Nettomietzinsertrag aus den laufenden Verträgen beträgt allein 240 000 Franken im Jahr und bedeutet für die Ortsbürgergemeinde eine Bruttorendite von 5,2 Prozent.

Für die Ortsbürgergemeinde habe der Kauf der Liegenschaft insbesondere strategische Bedeutung, erklärt Stefan Bräm, Präsident der Finanzkommission. Als grösste Grundeigentümerin im Entwicklungsgebiet Galgenbuck sichert sie sich damit die Stadt eine wichtige Reserve, wo neben einem bestehenden Schulhaus neuer Schulraum gebaut werden könnte. Es ist davon auszugehen, dass das neue Wohngebiet den Bau von zusätzlichem Schulraum notwendig machen wird. Ein Kindergarten ist bereits in der Liegenschaft Husmatt 9 einquartiert.

Hauptmieterin in der Husmatt ist zurzeit das Architekturbüro ERP, das aus dem Anfang der 70er-Jahre von Hans Rohr und Werner Egli hervorgegangen ist. Die Eigentümerschaft Werner Egli und Hans Rohr kann nun mit dem Verkauf der Liegenschaft die nach dem Tod von Werner Egli notwendig gewordene Erbbereinigung vornehmen.

Sich für die Zukunft sichern

Seit den 70er-Jahren hat sich die Ortsbürgergemeinde aus strategischen Gründen entschlossen, künftig kein Land mehr aus ihrem Portefeuille zu verkaufen, sondern nur noch im Baurecht zur Verfügung zu stellen. Damit sichert sie sich auf weite Sicht Zinserträge. Die Baurechtsverträge der Wohnüberbauung Allmend haben im vergangenen Jahr mit 6,5 Mio. Franken zu Buche geschlagen.

Weil die Zahlen der Gemeindemitglieder ständig rückläufig waren, entschlossen sich die Ortsbürger, für Nachwuchs zu sorgen. «Wir wollen schliesslich nicht in Schönheit sterben», sagt Stefan Bräm schalkhaft. Der Aufruf, sich für das Ortsbürgerrecht zu bewerben, blieb nicht ungehört. An der Gmeind am Montag wurden nicht weniger als 22 neue Ortsbürger und Ortsbürgerinnen aufgenommen. Das Ehrenbürgerrecht der Ortsbürgergemeinde wurde dem langjährigen Stadtoberförster Georg Schoop verliehen. Die Laudatio für dessen Verdienste um Wald, Natur und Landschaft sowie die Abteilung Stadtökologie hielt Regierungsrat und alt Stadtammann Stephan Attiger.

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