Der grüne Nationalrat Geri Müller will Badener Stadtammann werden: Er tritt auch zum zweiten Wahlgang am 3. März an, wie es in einer Mitteilung heisst. Eine kurzfristig einberufene Versammlung am Sonntagabend von team baden, SP und Grünen hat demokratisch beschlossen, dass der Badener Vizeammann zum zweiten Wahlgang antreten soll. An der mit 60 Personen besuchten Versammlung nahmen laut Mitteilung nicht nur Parteigänger, sondern auch zahlreiche Bürger aus der Bevölkerung teil. Die vielen Wortmeldungen – nicht nur von Parteimitgliedern – zeigten, dass den Wahlberechtigten nur mit seiner Kandidatur eine echte Alternative geboten werde, steht in der Mitteilung.

Müller: Auch CVP-Schneider soll wieder antreten

Auf Anfrage von az online sagt Müller, er hoffe, nicht nur FDP-Mann Roger Huber trete im zweiten Wahlgang an, sondern auch Markus Schneider von der CVP. «Die Badener Bevölkerung soll eine breite Auswahl haben. Das Wahlvolk hält nichts von geheimen Vereinbarungen zwischen den Parteien.» Kurz nach dem ersten Wahlgang wurde ein Deal zwischen FDP und CVP publik, dass der schlechtere bürgerliche Kandidat sich zurückziehen solle, um einen Stadtammann Müller zu verhindern. Schneider müsste über die Klinge springen, weil er mit 1409 Stimmen auf dem dritten Platz lag hinter dem erstplatzierten Müller (1629 Stimmen) und dem zweitplatzierten Huber (1495 Stimmen). In den vergangenen Tagen war darüber spekuliert worden, ob sich Müller zurückziehe, damit CVP-Kandidat Markus Schneider mehr Chancen im zweiten Wahlgang hätte. So hätte Rot-Grün einen FDP-Stadtammann Roger Huber verhindern wollen.

Müller will bei einer allfälligen Wahl auf das Nationalratsmandat verzichten, sollte sich eine Überbelastung abzeichnen. Der bisherige Vizeammann möchte aber sein Netz, dass er sich als nationaler Politiker aufgebaut hat, für Baden und die gesamte Region nutzen. «Für Baden ist nicht nur Baden, sondern die Entwicklung in der gesamten Schweiz wichtig.»

Trennung von Frau wurde am Sonntag bekannt

Am gleichen Tag wie sein Antritt zum zweiten Wahlgang wurde auch Müllers Trennung von seiner Frau bekannt. Der «SonntagsBlick» berichtete, dass sich Müller nach 20 Jahren von seiner Ehefrau scheiden lässt. Er ist aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen, wohne aber in der Nähe, damit er seine elterlichen Pflichten als Vater von drei Kindern im Teenageralter noch wahrnehmen könne. Müller gegenüber az online: «Die Trennung von meiner Frau sollte bei der Wahl keine Rolle spielen. Wir haben uns in Minne getrennt.» Mehr gäbe es dazu in der Öffentlichkeit nicht zu sagen.