Baden

Verein Badenfahrt verschrottet das Modell der Schlossruine

Fast 50 Jahre lang stand das Modell der Schlossruine Stein in der Schulhausplatz-Unterführung. (Archiv)

Fast 50 Jahre lang stand das Modell der Schlossruine Stein in der Schulhausplatz-Unterführung. (Archiv)

Wegen der Sanierung des Badener Schulhausplatzes wurde vor rund drei Jahren das Modell der Schlossruine Stein entfernt. Nun zeigt sich: Es wurde entsorgt.

Jetzt, wenige Monate vor der Eröffnung des neuen Schulhausplatzes, dürften beim einen oder anderen Erinnerungen an die alte Unterführung aufkommen. Jahrelang prägten dort nämlich übergrosse Glasvitrinen das Bild, in denen sich Vereine oder Firmen präsentierten – teils sahen die Schaufenster während Jahren gleich aus. Vor allem aber erinnern sich wohl Tausende von Schülern an das Modell der Schlossruine Stein, an dem sie auf ihrem Schulweg täglich vorbeigingen. 

Als das Modell kurz vor Baustart im Sommer 2015 plötzlich verschwunden war, meldeten sich denn auch aufgebrachte Schülerinnen und Schüler bei der Redaktion. Das Modell der Schlossruine Stein sei zerstört worden. Doch die Stadt beruhigte umgehend: Das Modell sei nicht zerstört worden. Vielmehr sei es abgebaut und abtransportiert worden. Hierfür musste das neun mal drei Meter grosse Gips-, Kleister- und Holzmodell in Einzelteile zerlegt werden.

Das Modell wurde dem Verein Badenfahrt übergeben, der es in einer Garage in Ennetbaden lagerte. Zuerst war angedacht, das Modell an der Badenfahrt 2017 zu verwenden. OK-Präsident Adi Hirzel sagte vor drei Jahren: «Es wird also ganz sicher nicht einfach verstauben.»

Warum Verkauf keine Option war

Doch an der Badenfahrt 2017 kam es nicht zum Revival des Modells, weshalb sich die Frage stellt, was mit ihm passiert ist. Adi Hirzel sagt auf Anfrage: «Wir haben das Modell entsorgt; wir hatten schlicht keine Verwendung mehr dafür.» Und wieso hat man nicht versucht, das Modell zu verkaufen? «Es war in einem wirklich hundsmiserablen Zustand und zerfiel praktisch in seine Einzelteile.» Schon alleine aufgrund der Grösse hätte man das Modell mit einem Lastwagen in Ennetbaden abholen müssen.

Das Schlossruine-Modell im Massstab 1:20 wurde vom SAC Sektion Lägern hergestellt und erstmals im Festzug an der Badenfahrt 1937 mitgeführt. Mit dem Umbau der Jugendherberge Aue wurde es 1968 von der Aue an den Standort in der Unterführung versetzt. Doch wieso behielt die Stadt das Modell nicht? Dieses sei aus historischer Sicht ein «Requisit» und kein «Modell, hiess es seitens Stadt vor drei Jahren. Zwar sei es nach Vorlagen hergestellt worden, zeige aber zwei wesentliche Fehler in der Ausführung und könne deshalb nicht als Modell gehandelt werden. Zudem wäre eine Lagerung zu teuer gewesen und für ein Museum hatte es keinen Wert.

Übrigens: Modelle der Stadt Baden und der Bäder und von Ennetbaden um das Jahr 1670 im Massstab 1:333 sind im Historischen Museum in Baden zu besichtigen.

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