Baden
1,3 Tonnen Wachs für Tausende Bienenwachskerzen

Noch bis zum 7. Dezember können auf dem Bahnhofplatz Baden Bienenwachskerzen gezogen werden. Ein Augenschein zeigt: Es macht den Kindern Spass – auch wenn schon mal eine Kerze im grossen Wachstopf verschwindet.

Carolin Frei
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Kerzenziehen am Bahnhofplatz Baden
9 Bilder
Konzentriert machen sich die Kinde ans Werk.
Die fertigen Kerzen können mit Engeln und anderem mehr verziert werden
Drei Töpfe sind über Nacht ausgestiegen, so dass das Wachs hart geworden ist
Fertige Produkte können auch am Stand im Kerzenhaus gekauft werden
Hier hängen sie, bis sie hart sind
Impressionen vom Kerzenziehen am Bahnhofplatz Baden
Impressionen vom Kerzenziehen am Bahnhofplatz Baden
Impressionen vom Kerzenziehen am Bahnhofplatz Baden

Kerzenziehen am Bahnhofplatz Baden

Carolin Frei

«Ich finde das Kerzenziehen mit Kindern eine gute Sache», sagt Yvonne Brogle, Deutschlehrerin für fremdsprachige Kindergärtler in Wettingen. Eine Kerze verbinde, durch alle Religionen hindurch.

Zudem könne dann auch im Deutschunterricht die Entstehung einer Kerze vom Docht bis zum Endprodukt thematisiert werden. «Ich mache das jedes Jahr mit den grossen Kindergärtlern», sagt Corina Tsita, die mit ihrer Kinderschar ebenfalls aus Wettingen angereist ist. Für viele sei es das erste Mal, dass sie beim Kerzenziehen dabei seien und umso stolzer seien sie, wenn sie das Endprodukt zu Hause zeigen dürften.

«Mega Freude»

Auch für Kindergärtnerin Claudia Barbagallo ist es das erste Mal, dass sie zusammen mit ihren Kindern am Kerzenziehen teilnimmt. «Es macht allen mega Freude. Zudem trifft man andere Klassen, was ich gut finde.»

Eine kleine Umfrage unter den Kindergärtlern aus Wettingen und den 1. und 2. Klässlern vom Meierhof-Quartier in Baden zeigt, dass unisono alle den Plausch haben. Die meisten sind zum ersten Mal mit von der Partie. Und da kann es schon passieren, dass man die Kerze nicht richtig hält und diese vom grossen Wachstopf verschluckt wird. Zum Glück gibts da Sylvia und Kevin De-Carli, Mutter und Sohn, die für den Verein Kerzenziehen den Anlass durchführen.

78 Grad heisses Wasser

Bevor Schüler und Kindergärtler jeweils loslegen dürfen, werden sie vom Würenlinger Kevin De-Carli instruiert, wie das Kerzenziehen von sich geht. «Wer hat schon einmal eine Kerze gemacht?», fragt er in die Runde. Immer wieder werden die Kinder einbezogen, können ihre Erfahrungen einbringen. Und mit einem Lied lernen sie, wie sich zu verhalten haben. «Rein, raus, tropf tropf tropf, zweimal um den Baum und zurück zum Topf.»

Nicht alle Kinder getrauen sich auf Anhieb, den Docht bis zur markierten Stelle in einen der sieben 78 Grad heissen Wachstöpfe zu tauchen. Doch überall sind helfende Hände. Für eine normale Kerze braucht man etwa eine Stunde, je dicker sie werden soll, um so länger muss man Geduld haben.

Seit fünf Jahren ist Kevin De-Carli beim Verein Kerzenziehen mit von der Partie, seit zwei Jahren sogar im Vorstand. Zusammen mit seiner Mutter Sylvia und weiteren Helfern betreut er das Kerzenziehen samt Beizli. Es sei nicht immer ganz einfach, Freiwillige zu finden, die das unentgeltlich tun wollen, bedauert der 20-Jährige, der künftig in Fribourg Theologie und Geschichte studieren wird.

Feine Suppe

Für den jungen Mann selber ist es keine Frage, sich für eine gute Sache einzusetzen. Und umso mehr freut es ihn und seine Mitstreiter, dass der Sternekoch Josef Riha jeweils am Morgen vorbeischaut, um eine feine Suppe aus dem Ärmel zu zaubern – ebenfalls ehrenamtlich.

Der Erlös vom Kerzenziehen fliesst jeweils Institutionen zu, die sich um Menschen mit einer Beeinträchtigung kümmern. Aktuell soll der Neubau der arwo einen beträchtlichen Zustupf erhalten. Jährlich kommen mit dem Kerzenziehen zwischen 40 und 50'000 Franken zusammen.

Kerzenhaus, Bahnhofplatz Baden, noch bis 7. Dezember jeweils von Montag - Freitag von 10 bis 20 Uhr, Mittwoch bis 21 Uhr (Spaghettata), Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr.