1. Liga
Kein Spiel für schwache Nerven: Nach einem erneuten Krimi gegen Winterthur übernimmt der FC Baden die Tabellenspitze

Der FC Baden gewinnt gegen Winterthur II mit 3:2 und führt damit nun die Gruppe 3 der 1. Liga an. Lange machten sich die Badener aber das Leben schwer: Das entscheidende Tor fiel in der Nachspielzeit.

Michael Wehrle
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Hier trifft Badens Roman Herger nach einem Eckball zum 1:0.

Hier trifft Badens Roman Herger nach einem Eckball zum 1:0.

Bild: Dani Mercier

Für den neutralen Fussballfan war das Spiel des FC Baden gegen den FC Winterthur II beste Unterhaltung, für den Trainer ein nervenaufreibender Nachmittag. So stand Badens Coach Ranko Jakovljevic nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen und atmete erst einmal tief durch. Auch im dritten Meisterschaftsspiel der Gruppe 3 der 1. Liga ging seine Mannschaft letztlich als Sieger vom Platz.

Doch wie schon vor einer Woche beim 2:1 in St. Gallen musste nicht nur der Trainer lange leiden. Hatte in St. Gallen Chris Teichmann noch in der 90. Minute den Siegtreffer erzielt, so liess sich Trainersohn Dejan Jakovljevic nun noch drei Minuten mehr Zeit, bis er per Kopf die drei Punkte ins Trockene brachte.

«Für mein Herz sind solche Spiele gar nicht gesund, es war völlig überflüssig, dass wir so lange zittern mussten», sagte Jakovljevic-Senior. Immerhin stehe seine Mannschaft mit diesem Sieg jetzt an der Tabellenspitze: «Das ist eine super Leistung, aber wir müssen auf dem Boden bleiben».

In der 93. Spielminute gelang es Trainersohn Dejan Jakovljevic, das entscheidende Tor zu erzielen.

In der 93. Spielminute gelang es Trainersohn Dejan Jakovljevic, das entscheidende Tor zu erzielen.

Bild: Dani Mercier

Badener Spieler verpassen zwei Grosschancen

Die Badener überstanden die Sturm- und Drangphase der jungen Wilden aus Winterthur gut. «Diese U21-Teams kommen immer wie die Raketen, sind schnell, technisch stark, da gilt es die ersten 20 Minuten schadlos zu überstehen», sagte Jakovljevic. Und die Winterthurer seien ja Schweizer Meister bei der U21. Gegen Ende der ersten Halbzeit kamen die Badener besser ins Spiel, kurz vor der Pause traf Roman Herger nach einem Eckball. Er lenkte den Ball nach dem Schuss von Patrick Muff ins Tor. «Da spielen halt Männer», brachte es ein Winterthurer Insider auf den Punkt.

Zwingend war die Führung nicht, aber sie war auch nicht ganz unverdient. Baden schien das Geschehen im Griff zu haben – doch dann machten sich die Spieler das Leben selber schwer. Herger versuchte es mit einem Heber aus 20 Metern aufs leere Tor. Es blieb jedoch beim Versuch. Dimitiri Volkart luchste den Ball Teichmann ab, lief alleine aufs Tor und knallte den Ball aus spitzem Winkel an den Pfosten.

Der Abpraller landete bei Lavrnja Nebojsa, der fiel im Zweikampf mit Cedric Franek. Den Elfmeter verwandelte Yannik Pauli. Auf der Gegenseite entwischte Herger, Arlind Dakaj rannte ihn um, Penalty und gelb-rot für den Winterthurer. Teichmann traf sicher. Wenig später verpasste der eingewechselte Fabio Capone vor Goalie Polat das 3:1.

Am Schluss durfte der FC Baden doch noch jubeln: Er übernimmt die Tabellenführung.

Am Schluss durfte der FC Baden doch noch jubeln: Er übernimmt die Tabellenführung.

Bild: Dani Mercier

Baden nahm es ein wenig zu locker, brachte seinen Goalie Gabriele D’Ovidio unter Druck. Prompt spielte der einen Pass direkt in die Füsse des eben eingewechselten Leon Duong und der liess sich nicht bitten. Nun lief im Spiel der Gastgeber gar nichts mehr. «Wir wurden nervös, verloren die Ruhe, hatten ja nur noch zehn Minuten», gab Dejan Jakovljevic zu.

Planlos rannten die Badener an, gerieten gar in Gefahr, einen Konter einzufangen. Erst in den letzten Minuten kam wieder Struktur ins Spiel, der Druck aufs Tor nahm zu. Gentim Uka brachte noch einen Eckball vor das Tor, Jakovljevic war zur Stelle. Schon vor einer Woche hatte er spät getroffen, damals zu Ausgleich.

Baden - Winterthur II 3:2 (1:0) Aufstellung Baden: D’Ovidio; Weilenmann, Laski, Franek, Muff, Romano; Cirelli (83. Uka), Ladner (66. Weber); Jakovljevic; Herger (75. Capone), Teichmann. Tore: 43. Herger 1:0. 61. Pauli 1:1 (Foulpenalty). 74. Teichmann 2:1 (Foulpenalty). 80. Duong 2:2. 90+3: Jakovljevic 3:2.

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