Baden
100 neue Hotelzimmer sollen Badens Betten-Engpass beheben

Der Wirtschaftsstandort Baden benötigt dringend zusätzliche Betten. 200 gibt es im neuen Hotel an der Grenze Neuenhofs zu Baden. Die Lage direkt an der Transitachse Nord-Süd und am Tor zur Stadt ist laut den Initianten hervorragend.

Roman Huber
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Die Visualisierung zeigt den fünfgeschossigen Hotel-Neubau dort, wo heute das Haus «Waldegg» steht. zvg

Die Visualisierung zeigt den fünfgeschossigen Hotel-Neubau dort, wo heute das Haus «Waldegg» steht. zvg

Seit kurzem ist das Trafo-Hotel mit 80 geplanten Betten im Zentrum von Baden im Bau. Nun soll am Eingangstor von Baden auf Neuenhofer Boden ein weiteres Hotel mit 100 Zimmern den Bettenmangel in der Zentrumsregion entschärfen.

Das Haus Alte Zürcherstrasse 53 – heute Club Milano, vormals Restaurant Waldegg, Dancing Mirage, «Azzito» und «Pink Club» – soll abgebrochen und durch einen Hotel-Neubau ersetzt werden. Als Bauherrschaft und Projektentwickler zeichnet die Gianesi + Hofmann AG verantwortlich, Grundeigentümer ist Alwin Kecht.

Schlichte und zweckmässige Architektur

Die Gebäudekonstruktion des neuen Hotels wird auf eine gepfählte Bodenplatte gestellt. Der heikle Lehmboden an diesem Ort würde viel Aufwand benötigen, darum geht man nicht in den Untergrund. Im Erdgeschoss sind Empfang, Halle, Bar und Restaurant, ein Konferenzraum sowie Küche, Sanitär- sowie Mitarbeiter- und Lagerräume geplant. Je 25 Hotelzimmer zu 17 Quadratmeter (inklusive Nasszellen) befinden sich in den vier leicht auskragenden Obergeschossen. Diese werden über einen dem Gebäude vorangestellten Turm erschlossen. Auf dem begrünten Flachdach sollen Sonnenkollektoren das Warmwasser aufbereiten.
Die Hotelzimmer sind in Leichtbauweise erstellt. Bei der Sockelfassade und dem Erschliessungsteil entschied sich die Bauherrschaft für eine Glas-/Metallkonstruktion. In den oberen Geschossen werden die Fensterflächen möglichst klein gehalten, damit an dieser lärmexponierten Lage die Lärmdämmwerte möglichst gut erreicht werden. Das Projekt ist vom Büro Prosys Concept AG, Zofingen. (rr)

Mit 100 Zimmern beziehungsweise 200 Betten habe man sich für eine vernünftige Dimension entschieden, die aber durchaus hätte grösser ausfallen können. Mittelfristig wird mit einer durchschnittlichen Auslastung von über 70 Prozent gerechnet, sagt Gianesi, die dank dem Reiseverkehr auch an den Wochenenden gewährleistet sein soll.

Die Baukosten werden auf 16 Millionen Franken geschätzt. Zurzeit liegt das Baugesuch auf. «Die Abklärungen mit dem Kanton und den Gemeindebehörden sind sehr positiv verlaufen», berichtet Gianesi. Man hoffe, dass im Herbst die Baubewilligung vorliege, sodass der Baubeginn im Frühjahr 2014 erfolgen könne. Die Eröffnung des neuen Hotels ist auf Herbst 2015 terminiert. Auf der Suche nach einer Betreiberin stünde eine internationale Hotelkette im Vordergrund.

Der Standort sei ideal, erklärt Claudio Gianesi, Mitinitiant des Projekts. Er verweist auf den direkten Autobahnanschluss, die guten Verbindungen mit dem öffentlichen Verkehr sowie auf die Nähe zum Flughafen, zur Stadt Zürich und auf den boomenden Raum Limmattal. Als Übernachtungsort an der Nord-Süd-Achse sowie für die Wirtschafts-, Kongress- und Kulturstadt Baden mit ihrer Vielfalt sieht Gianesi bessere Chancen für ein Hotel an dieser Lage als nur im Zentrum für den Business-Tourismus, der die Betten unter der Woche, aber nicht an den Wochenenden füllt.

«Die Marktanalyse hat gezeigt, dass ein ergänzendes Angebot im günstigen Zwei-Stern-Segment erfolgversprechend ist», erklärt Gianesi. Dies sei möglich, weil der Boden hier im Vergleich zum Stadtgebiet weniger koste. Auch beim Bau kann gespart werden. Alle Parkplätze werden oberirdisch angelegt. Die problematischen Punkte des Projekts sind bereits zusammen mit dem Kanton bereinigt worden.

Zu Beginn der 80er-Jahre übernahm Alwin Kecht das Restaurant Waldegg und baute es zum Dancing Mirage um, das Kundschaft bis zu den Toren der Stadt Zürich nach Neuenhof lockte. Dann folgten auch schwierigere Zeiten, in denen weitere Betreiber mit Clubs und Tanzbetrieb den Erfolg suchten. «Ein Hotel steht schon seit langem zur Diskussion», sagt Alwin Kecht.

Der Geschäftsmann, der in Baden mit Erfolg das Casino und weitere Vergnügungsbetriebe auf die Beine gestellt hatte, erzählt, dass man zu Beginn von einem Umbau des bestehenden Gebäudes und von weniger Zimmern ausgegangen sei.