Am Freitag eröffnet die Stadtökologie Baden zum 18. Mal die Umweltwochen. Das Motto: «Bald im Wald». Badener Stadtoberförster Georg Schoop zückt sein Lineal und misst auf dem Stadtplan an der Wand nach. «Egal, wo Sie sich befinden, Sie müssen maximal zehn Minuten laufen, bis Sie den Wald erreichen», erklärt er. Die grösste Entfernung ins Grüne betrage rund 600 Meter vom ABB Areal.

Pascale Contesse von der Abteilung Stadtökologie und Projektleiterin erklärt: «Wir wollen mit den Angeboten Leute in den Wald locken und zeigen, dass sie dabei viel mehr als seichte Spaziergänge erleben.»

Dass 2013 der Wald im Fokus steht, hängt mit der schweizweit einmaligen Situation der Stadt zusammen: Über die Hälfte der Stadtfläche besteht aus Wald. So stehen jedem Einwohner 400 Quadratmeter des erholsamen Grüns zur Verfügung. «Kommt hinzu, dass die Wohngebiete wie Finger direkt in den Wald hineingreifen», sagt Schoop mit Blick auf die Karte.

Zum Auftakt stellen Contesse und ihr Projektteam deshalb auf dem Schlossbergplatz einen Schilderwald mit 50 Wegweisern auf. «Sie sollen den Leuten zeigen, was man wo im Wald machen kann», sagt sie.

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1000 Eichen für Baden

Mit 1000 eingetopften Jungeichen gesellt sich zum Schilderwald ein richtiger Wald dazu. Sie sollen in der ganzen Stadt verteilt werden. «Eichen sind für die Artenvielfalt extrem wertvoll, werden aber meisst nur zur Holzgewinnung genutzt», sagt Schoop. Weil andere Baumarten sie leicht verdrängen, benötigen sie besondere Pflege.

Im Rahmen der Umweltwochen kann, wer will, ein Eichen-Gotti oder -Götti werden. «300 künftige Gottis und Göttis haben sich bereits bei uns gemeldet», sagt Contesse. Jede Eiche bekommt einen gelben Zettel mit dem Namen ihres Paten. Im Oktober sollen die Bäumchen ihren festen Platz im Wald bekommen.

Insgesamt 16 Events stehen während der drei Wochen im September auf dem Programm. Von der Trüffel- und Pilzsuche, dem Heilkräuterlehrgang, der Einführung in Survivaltricks bis hin zum Dreh eines Waldkrimis bieten die Umweltwochen für alle Altersgruppen spannende Events. «Die Anlässe finden auch bei Wind und Regen statt, schliesslich gehört schlechtes Wetter zur Natur und die wollen wir erlebbar machen», betont Contesse.

Die Suche nach dem Publikum

Nicht zuletzt wollen die Veranstalter mehr Menschen für Umwelt und Natur begeistern. Doch in den letzten Jahren sei es schwierig geworden, die bevölkerung für die Projekte zu begeistern, sagt Schoop. «Viele Leute kämpfen mit einer enormen Informationsflut, deshalb haben wir die Wochen dieses Jahr intensiv beworben.» Dass sich der Wald jetzt in der Stadt ausbreitet, soll helfen, die Menschen an die Events zu erinnern.