Herr Loepfe, der Untertitel «12 Stunden auf 88 Tasten» des morgigen Konzertes ist für einen musikalischen Laien etwas rätselhaft.

Gregor Loepfe: Vielleicht erkläre ich zuerst den Haupttitel «A Dozen A Day». Dies ist eine mehrbändige Sammlung von Fingerübungen. Damit verbessern die Schüler beim Einspielen gleichzeitig ihre Technik. Zwölf dieser Übungen soll man täglich machen. Diese Zahl zieht sich zudem durch die ganze Konzertreihe: Opus 12 oder auch etwa ein 12/8-Takt. Und «88 Tasten» bezieht sich darauf, dass ein Klavier in den meisten Fällen 88 Tasten umfasst.

Das Konzert dauert von 7 bis 19 Uhr. Hätte man dies für die Zuschauer und interessierte Eltern nicht besser am Abend gemacht?

Es ist einfacher, Schüler für einen Anlass zu motivieren, der während der Schulzeit stattfindet. Und wir wollten das Geschehen in den Schulalltag integrieren. Die Konzert-Highlights des Tages kann man aber um 17.30 Uhr im Neuen Singsaal geniessen. Zudem ist das Konzert an der Kantonschule Baden den ganzen Tag über öffentlich.

Ist es demnach heute schwieriger, Schüler für einen solchen Anlass zu motivieren?

Ich gebe zu: Das Konzertmotto «12 Stunden auf 88 Tasten» war zuerst etwas schwierig zu verkaufen. Einige Jugendliche schüttelten beispielsweise bei der geplanten Konzeptkunst den Kopf: Den ganzen Tag über lassen die Schüler jede der einzelnen 88 Tasten jeweils sieben Minuten erklingen. Es kann durchaus sein, dass diese Idee nicht so einfach zu verstehen ist. Dennoch konnten wir fast 75 Prozent der Klavierschüler zum Mitmachen animieren.

Wie steht es um die Musikbegeisterung der heutigen Mittelschüler?

Ich unterrichte seit 17 Jahren und heute sind es nicht weniger Schüler, die sich für Musik interessieren. Mir fällt aber auf, dass immer mehr Jugendliche einen weniger gefüllten musikalischen Rucksack mitbringen.

«A Dozen A Day», Freitag, 7 bis 19 Uhr in der Kantonsschule Baden. 17.30 Uhr «Best Of-Konzert», Neuer Singsaal.