Baden
13-jährige Oberstufenschüler in Baden mit Drogen erwischt

Nach einer Verfolgungsjagd auf dem Cordulaplatz hat die Badener Stadtpolizei zwei Jugendliche in Handschellen abgeführt. Sie trugen gefälschte Ausweise und Cannabis auf sich. Die Jugendlichen sind erst 13 Jahre alt.

Erna Lang-Jonsdottir
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Jugendliche beim Kiffen

Jugendliche beim Kiffen

Keystone

Die Unterführung Glas bei der Poststelle am Cordulaplatz ist ein beliebter Treffpunkt bei Jugendlichen. Am Donnerstag kurz nach Mittag wurde die Stadtpolizei von Geschäftsinhabern alarmiert: Es werde dort gekifft.

«Das ist zwar nichts Neues, doch so junge Buben kontrollieren wir selten», sagt Martin Zulauf, Kommandant der Stadtpolizei Baden. 13 Jahre alt sind die beiden Schüler der Oberstufe Pfaffechappe, die beim Eintreffen der Polizei die Flucht ergriffen.

Wegen Drogenbesitz und aufgrund ihres unkooperativen Verhaltens mussten sie in Handschellen zum Polizeiposten gebracht werden. «Die beiden Buben mit Jahrgang 1999 trugen gefälschte Ausweise, eine Cannabis-Mühle und zahlreiche Säckchen mit kleinen Portionen Gras auf sich», erklärt Zulauf.

Bei den Jugendlichen handelt es sich um einen Schweizer und um einen deutschen Staatsbürger. «Die Eltern des Deutschen waren nicht zu Hause, sondern in ihrer Heimat», sagt Zulauf. Deshalb habe man den einen der Schulleitung überliefert und den anderen nach Hause gebracht. Die Jugendlichen werden jetzt von der Stadtpolizei an die Jugendanwaltschaft verzeigt.

Georg Ziffermayer, Schulleiter Pfaffechappe, ist seit seinem Stellenantritt im Februar zum ersten Mal mit einem solchen Fall konfrontiert. «Natürlich ist es uns bewusst, dass Jugendliche kiffen. Auf dem Schulhausareal haben wir damit aber keine Probleme», sagt er.

Oft würden Schüler von den Lehrpersonen beim Zigarettenrauchen erwischt. «Ich werde das Vorgehen mit der Schulpflege besprechen.» Wichtig sei die interne Kommunikation auch in den Klassen. «Gespräche mit den Jugendlichen und deren Eltern haben stattgefunden.» Von der Schule dispensiert würden sie nicht. Für die Strafverfolgung sei die Jugendanwaltschaft zuständig.

Was aber blüht den 13-Jährigen jetzt? «Zu den beiden konkreten Fällen kann ich keine Stellung nehmen», sagt Hans Melliger, Leiter der Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau. Die Strafe oder die Massnahme der Jugendanwaltschaft hänge vom Einzelfall ab.

«Erst müssen das Delikt aufgeklärt und die persönlichen Verhältnisse des Jugendlichen abgeklärt werden, bevor Sanktionen ausgesprochen werden können.» Ziel sei es, die richtige Massnahme oder Strafe zu treffen, damit der Jugendliche keine weiteren Straftaten mehr verüben.

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