Wettingen

13 Millionen Franken für gutes Trinkwasser in der Region Wettingen

Wasserversorgung in Wettingen

Wasserversorgung in Wettingen

Die Gemeinde Wettingen will das Reservoir Birch erneuern und mit Neuenhof und Würenlos ein Pumpwerk bauen. Das Elektrizitäts- und Wasserwerk (EWW) plant in den nächsten vier Jahren Sanierungsarbeiten für 13 Millionen Franken.

«Trinkwasser ist ein sehr wichtiges Gut, mit dem wir ökonomisch und ökologisch umgehen müssen»betont Gemeinderat Roland Kuster. Er ist Ressortvorsteher Elektrizitäts- und Wasserwerk (EWW).

Heute konsumieren die Wettinger rund 6100 Kubikmeter Wasser pro Tag (m2/d), die maximale Fördermenge liegt bei 11000m2/d. «Bis 2040 rechnen wir mit 6600m2/d beziehungsweise 12000m2/d», sagt Peter Wiederkehr, Geschäftsleiter des EWW.

Quellen und Grundwasser nutzen

Um das Gut Trinkwasser noch besser zu schützen und die Versorgung der Bevölkerung weiterhin zu sichern, plant das EWW in den nächsten 4 Jahren Ausbau- und Sanierungsarbeiten im Wert von rund 13 Millionen Franken (siehe Box). Dabei stehen die Verantwortlichen vor einer grossen Herausforderung. Ein Teil der heute noch funktionierenden Bauten stammt aus dem Jahre 1900, es wurde also sehr nachhaltig gebaut.

10 - 15% des Wettinger Wassers stammt aus Quellen, 85 - 90% aus dem Grundwasser. Theoretisch wäre es möglich, ganz auf Grundwasser umzusteigen. «Wir halten an den Quellen fest, sie dienen auch der Notversorgung», sagt Wiederkehr. Die vorgeschlagenen Arbeiten basieren auf dem Generellen Wasserversorgungsprojekt (GWP). Die Schwergewichte liegen am Lägernhang und den dortigen Quellen und an Limmat mit dem Grundwasserpumpwerk (GWPW) Tägerhardwald.

«An der Lägern sollen die Quellen neu gefasst werden. Die Fassungen sind sehr alt und stammen teilweise noch aus der Gründerzeit», sagt Wiederkehr. Aus Qualitätsgründen mussten einige Quellen aufgegeben werden. «Wir wollen die Quellen so verlegen, dass die Schutzzonen im Wald liegen», sagt Wiederkehr. Dank dem neuen Reservoir Birch kann die Gemeinden das 82 Jahre alte Reservoir Scharten 1 und das 64 Jahre alte Reservoir Scharten 2 aufheben.

Das Reservoir Scharten 3, es ist 41 Jahre alt, bleibt in Betrieb. Es handelt sich dabei um ein Kavernenreservoir und ein Relikt der in den 60er-Jahren nie realisierten regionalen Wasserversorgung. Das neue Reservoir Birch besteht wird grösser, aber ebenfalls ganz unterirdisch angelegt. «Hier wird es zu grösseren Terrainverschiebungen kommen», sagt Wiederkehr.

Versorgung muss sicher sein

Das Grundwasser wird in den Pumpwerken Bettleren und Tägerhard gewonnen. Die Konzessionen laufen 2020 ab. «Der Gemeinderat setzt alles daran, dass die Konzession Bettleren erneuert wird», sagt Kuster. «Wir brauchen das Pumpwerk, denn die Gemeinde soll auch künftig über 2 Pumpwerke versorgt werden», ergänzt er. Es gehe vor allem auch um die autonome Versorgungssicherheit. Dagegen will die Gemeinde das Pumpwerk Tägerhard weitgehend durch das Pumpwerk Tägerhardwald ersetzen (siehe Text unten).

Wie sich die Bauvorhaben auf die Wassergebühren auswirken wird, ist noch offen. Kuster rechnet mit etwa 80 bis 100 Franken pro Haushalt und Jahr. Der Eigenwirtschaftsbetrieb Wasserversorgung muss die Kosten mit Gebühren decken.

Einwohnerratssitzung: 15. März, 19 Uhr, Rathaussaal.

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