Ab Mitte März ist ein Essen im Rittersaal des Schlosses Schartenfels nicht nur ein kulinarischer, sondern auch ein optischer Genuss. Dann können die Gäste die Aussicht durch das Panoramafenster nach Baden, Ennetbaden und Hertenstein geniessen. In diese Aussicht investieren die Wettinger Ortsbürger über 1,5 Millionen Franken.

Um Platz für einen Erker mit Fenster zu schaffen, wurde die Nordwand des Rittersaales heraus gebrochen. Das hat die Statik des Gebäudes massiv beeinflusst. «Die Decke mussten wir mit zwei Doppel-T-Trägern aus Stahl abstützen», sagt Architekt Tom Wieland. Jeder Träger wiege rund eine Tonne. In der Öffnung wurde der rund 6 Meter lange und 2,5 Meter hohe hölzerne Erker montiert. Er ragt rund 60 Zentimeter über das Gebäude hinaus. Mit Stahlträgern, die bis in den Keller reichen, ist er verankert.

1,5 Mio. für die schöne Aussicht: Schloss Schartenfels erhält Panoramafenster

Restaurant Schloss Schartenfels erhält neuen Erker mit Panoramafenster

Architekt Tim Wieland erklärt, was die Herausforderung auf der Baustelle war.

Der Kran wird ferngesteuert

Gestern wurde das Panoramafenster in den Erker montiert. Eine Arbeit, die wegen des hoch aufragenden Krans weitherum verfolgt werden kann. Weil das Gelände hinter dem Schloss sehr steil in Richtung Ennetbaden abfällt, werden der Rahmen und die drei Fensterelemente mit einem Kran über das Restaurant gehoben. Im Einsatz ist ein Pneukran.

«Um zu funktionieren, muss der Pneukran absolut horizontal stehen», sagt Kranführer Fredi Häusermann, kein leichtes Unterfangen auf der steilen Strasse. Häusermann hat rund 1,5 Meter hoch Unterlagebretter aufgetürmt, auf denen der hintere Teil des Fahrzeuges steht. Die je rund 300 Kilogramm wiegenden Bauteile haben die Tragfähigkeit des Krans bei weitem nicht ausgelastet. «Mit dem 40 Meter langen Ausleger können wir noch 2,1 Tonnen heben», sagt Häusermann. Den Kran bedient er mit einer Fernsteuerung.

So kontrolliert Häusermann, dass die Bauteile auf dem ebenen Parkplatz korrekt an den Kranhaken gehängt werden. Dann wechselte er auf die andere Seite des Gebäudes, um, wiederum mit Blickkontakt, die Elemente zentimetergenau zwischen Gebäudewand und Gerüst hinabzusenken. Dann werden sie von Zimmerleuten und Fensterbauern die Bauteile montiert.

Schliesslich wird der Erker aussen eine Kupferverkleidung erhalten: «Das Kupfer erhält eine künstliche Patina, sodass es älter wirkt», sagt Wieland. Die weiteren Arbeiten konzentrieren sich im Innern.

Die laufende, rund 2 Monate dauernde Sanierung gehört zum grössten Umbau des Restaurants, seit die Ortsbürger dieses gekauft haben (siehe Box). Am 6. März wird der vordere Teil des Restaurants wieder eröffnet.