Wettingen
172 Alterswohnungen sind in Wettingen nicht mehr genug

Auf dem Gebiet Sulperg/Langäcker plant die Gemeinnützige Gesellschaft Wettingen (GGW) neue Alterswohnungen. Trotzdem soll es kein «Altersgetto» werden.

Martin Rupf
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Gleich neben der Alterssiedlung Sulperg (Bildmitte) sollen Alters- und Pflegewohnungen entstehen. wal

Gleich neben der Alterssiedlung Sulperg (Bildmitte) sollen Alters- und Pflegewohnungen entstehen. wal

Seit mehr als 50 Jahren betreibt die Gemeinnützige Gesellschaft Wettingen (GGW) auf gemeinnütziger Basis Alterswohnungen für Betagte und ältere Menschen. In Wettingen bietet die GGW bereits 172 Alterswohnungen an. Bald könnten auf dem Gebiet Sulperg/Langäcker weitere dazu kommen.

Im Herbst 2010 hat der Gemeinderat die GGW eingeladen, einen Wettbewerb über die Parzelle durchzuführen. Zudem soll die GGW mit den zuständigen Stellen der Gemeinde mögliche Raumprogramme in Bezug auf altersgerechtes Wohnen, Pflegewohnungen, Kinderkrippe und Kindergarten erarbeiten.

Kommt Landabtausch zustande?

Auf dem Grundstück Sulperg/ Langäcker plante die Gemeinde jahrzehntelang ein eigenes Alters- und Pflegeheim. Nachdem dieses Projekt aus finanziellen Gründen gescheitert war, konzentrierte sich die Gemeinde auf Pflegewohnungen.

Weil auch die römisch-katholische Kirchenpflege ein Zentrum für pflegebedürftige und betagte Personen ins Auge gefasst hatte, erwog sie ein Engagement auf dem Gebiet Sulperg/ Langäcker. Hierzu hätte sie das ihr gehörende Land in der unteren Geisswies mit der Gemeinde tauschen wollen. Bis Ende 2011 muss die römisch-katholische Kirchpflege der Gemeinde nun mitteilen, ob sie weiterhin an einem Landabtausch interessiert ist und in der Folge als Baurechtsgeberin oder Grundstückveräusserin gegenüber der GGW auftreten möchte.

Bewerbungen erst ab 50 Jahren

Für Sebastian Spörri, seit 13 Jahren Präsident der GGW, spielt es keine Rolle, ob am Schluss die Gemeinde oder die römisch-katholisch Kirchenpflege als Baurechtsgeber auftritt – Hauptsache die Alterswohnungen können erstellt werden.

Schon heute betreibt die GGW in der Siedlung Sulperg 65 Alterswohnungen (siehe unten). «Es handelt sich dabei nicht um betreutes Wohnen», so Spörri. Immerhin würden die Alterssiedlungen Sulperg und Birkenhof aber über zwei vollamtliche Hauswarte verfügen. «Diese erledigen für die Bewohner die Wäsche oder nehmen kleinere Reparaturarbeiten vor», sagt Spörri. Zum Angebot der GGW gehören auch gesellschaftliche Anlässe und Gemeinschaftsräume. Für eine GGW-Wohnung könne sich nur bewerben, wer über 50 Jahre alt ist, erklärt Spörri. «Bei Sozialfällen machen wir aber auch Ausnahmen.»

Die GGW finanziert sich selber über die Mieterträge der 172 Wohnungen. «Wir machen keinen Gewinn; alle Erträge fliessen in Investitionen», sagt Spörri. So erhalten etwa die Wohnungen der Siedlung Sulperg zurzeit neue Balkone für rund 1,4 Mio. Franken.

Stolz verweist Spörri darauf, dass die GGW-Alterssiedlungen in der Schweiz Vorzeigecharakter haben. So sind in der Siedlung Bernau auch Pflegewohnungen des Alters- und Pflegezentrums St.Bernhard untergebracht. In der Siedlung Bifang hat sich in den Erdgeschoss-Wohnungen die Stiftung für Behinderte – Arbeiten und Wohnen (Arwo) eingemietet.

GGW will kein «Altersgetto»

Eine Durchmischung ist auch auf dem Grundstück Sulperg/Langäcker angedacht. So bestätigt Andreas Notz, Leiter des Alters- und Pflegezentrums St.Bernhard: «Wir sind von der GGW und der Gemeinde angefragt worden, ob wir zwei zusätzliche Pflegewohnungen führen würden; dazu haben wir uns bereit erklärt.»

Geplant sind aber nicht nur Wohnungen für ältere Menschen. «Wir wollen auf alle Fälle ein ‹Altersgetto› vermeiden», sagt Sebastian Spörri. Deshalb sei geplant, dass die GGW mit Pro Familia zusammenspannt, die auch normale Familienwohnungen erstellen will.

Wann mit dem Bau der Wohnungen begonnen wird, ist noch offen. Zurzeit laufe die Testplanung, so Spörri. «Ich hoffe, dass der Einwohnerrat bis Ende Jahr grünes Licht für die Umzonung gibt.» An der Nachfrage nach Alterswohnungen bestehe kein Zweifel. Spörri: «Wir haben nie Leerbestände. Wird eine Wohnung frei, ist sie sogleich wieder besetzt.»

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