ABB
18 Millionen Franken für ein neues Labor

Im ABB-Forschungszentrum in Baden-Dättwil soll die nächste Generation der Hochleistungshalbleiter entwickelt werden. Das neue Laborgebäude soll Mitte 2014 bezugsbereit sein.

Pirmin Kramer
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Grundsteinlegung des neuen ABB-Labors in Dättwil

Grundsteinlegung des neuen ABB-Labors in Dättwil

Alex Spichale

Im Forschungszentrum Dättwil wird ein neues Laborgebäude gebaut, in dem die nächste Generation Hochleistungshalbleiter entwickelt wird. «Halbleiter ermöglichen beispielsweise, dass Züge sanft statt ruckartig beschleunigen oder bei Elektroautos die Batterie in nur rund 20 Minuten geladen wird»,
erklärt Lukas Inderfurth, Leiter der Medienstelle. ABB sei in der Forschung und Entwicklung von Hochleistungshalbleitern weltweit führend, und dies solle so bleiben. Hochleistungshalbleiter gelten als Schlüsseltechnologie in der Energie- und Automationstechnik, sagt Inderfurth.

Altes Labor genügt nicht mehr
«Es gibt in Dättwil bereits ein Labor für die Halbleiter-Entwicklung, es genügt den Anforderungen aber nicht mehr», sagt Inderfurth. Sämtliche Anlagen im Labor würden nach dem Bau des neuen Gebäudes auf dem neuesten Stand sein. «Diese Investitionen sind nötig, damit wir an der Spitze bleiben.» Der Neubau wird auf den bestehenden Campus gebaut.
Innerhalb des ABB-Konzerns gibt es mehrere sogenannte Kompetenzzentren – die ABB Schweiz ist weltweit zuständig für den Bereich Leistungselektronik. Leistungshalbleiter werden im Dreieck Dättwil-Lenzburg-Turgi entwickelt und hergestellt. In Dättwil wird geforscht, in Lenzburg werden die Hochleistungschips hergestellt. In den letzten Jahren wurden in Lenzburg rund 200 Millionen Franken für den Produktionsausbau und die Modernisierung der Anlagen investiert. In Turgi werden die Leistungshalbleiter in Produkte und Systeme eingebaut.

600 Quadratmeter Reinraum
«Kernstück des Neubaus ist ein 600 Quadratmeter grosser Reinraum», sagt Inderfurth. Reinräume sind bis zum Faktor 10 reiner als beispielsweise ein Operationssaal. Schmutzquelle Nummer 1 in einem solchen Raum ist der Mensch; bei der Entwicklung und Produktion von Halbleitern sei entscheidend, möglichst viele Schmutzquellen fernzuhalten.
Die Kosten von 18 Millionen Franken setzen sich zusammen aus dem Bau des Gebäudes und der Ausrüstung für das Labor. Die Investition in die Halbleiterforschung zeige, dass ABB in der Leistungselektronik ein grosses Potenzial sehe, teilte der Konzern am Freitag mit. «Fertiggestellt werden soll das neue Labor bis im Frühling oder Sommer 2014», erklärt Inderfurth. Der Grundriss des Baus ist bereits ausgehoben worden. Am Freitag bei der Grundsteinlegung wurde ein Behälter mit Dokumenten einbetoniert und mit einer Platte belegt.

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