Baden

2. Jugendliteraturtag: Auch heutige Kids schmökern noch gerne in einem Buch

Am 2. Jugendliteraturtag in Baden kamen junge Leseratten voll auf ihre Kosten.

Am 2. Jugendliteraturtag in Baden kamen junge Leseratten voll auf ihre Kosten.

Ist Literatur bei Jugendlichen out? Von wegen. An der 2. Ausgabe des Jugendliteraturtages genossen über 120 Mädchen und Buben zwischen das Angebot aus Lesungen, Workshops und Zauberei. Das Echo viel durch und durch positiv aus.

«Dieses Jahr hatten wir doppelt so viele Teilnehmer wie bei der Erstausgabe 2015», freuten sich die Veranstalterinnen Karin Dehmer-Joss und Denise Strässle. Mit der österreichischen Schriftstellerin Ursula Poznanski gelang es ihnen, einen Star aus der Jungendliteraturszene zu verpflichten. Der Nachwuchs hing an den Lippen der bildschönen Erfolgsautorin, als sie aus ihrem preisgekrönten Werk «Erebos» vorlas. Ihre Geschichte über Computerspiele, die plötzlich ins reale Leben übergreifen, ging auch am Büchertisch weg, wie warme Semmeln. «Ich bin eine Leseratte», gestand der 13-jährige Ari Teuwsen aus Ennetbaden. Zurzeit verschlingt er gerade Harry Potter 4 – und zwar zum siebten Mal. Auch Lukas Howald, 11, der extra aus Basel angereist kam, ist mit allen Harry-Potter-Bänden durch. «Ich liebe Fantasy-Romane, weil sie mich in eine andere Welt abtauchen lassen», meinte der Primarschüler und betonte, dass er in Basel keine Veranstaltung wie den Badener Jugendliteraturtag kenne. Mattia Müller, 15, schlussfolgerte nach dem Jugendliteraturtag: «Ich würde ja wahnsinnig gerne mehr lesen – wenn ich bloss die Zeit dazu hätte.» Die Ennetbadenerin Jil Hug mag Geschichten, die «echt» sind. Sie schmökere lieber in einem Buch, als ständig aufs Handy zu starren, meinte die zierliche 11-Jährige.

Alle schwärmten von den Zauberkünsten des deutschen Magiers Ben Profane, der sich für seine Arbeit auch die Macht der Sprache zunutze macht, damit er das Publikum lenken und mit seinen Tricks verblüffen kann. In Workshops mit Martin Heckmanns und Andreas Neeser lernten die Kids, wie man seine ganz persönliche Story aufbaut oder mit 5 Sätzen eine Geschichte erzählen kann. «Die Schreibwerkstatt hat mich motiviert mal selber etwas zu machen; für ein Buch wird’s wohl nie reichen», meinte Mattia trocken. Wie’s mit dem Texten richtig geht, ob kurz oder lang, Gedicht, Ballade, Roman, Fabel, Märchen oder Erzählung, zeigte dann der 72-jährige Vollprofi Franz Hohler, der sich zum krönenden Finale des 2. Jugendliteraturtags quer durch sein mit Wortwitz gespicktes Gesamtkunstwerk las. Die kürzeste seiner vorgetragenen Geschichten brachte mit gerade mal 6 Worten alles auf den Punkt: «Frauen sind ein Rätsel – Männer auch!»

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