Würenlos
20 Jahre sind genug: Der Werkhof soll gebaut werden – für fünf Millionen Franken

Die Gemeinde Würenlos soll endlich einen Werkhof erhalten. Knapp fünf Millionen Franken kostet der Bau – und schafft Platz im Dorf.

Sabina Galbiati
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«Mit einem einzigen Standort liessen sich personelle und damit mittelfristig auch finanzielle Ressourcen sparen.»

«Mit einem einzigen Standort liessen sich personelle und damit mittelfristig auch finanzielle Ressourcen sparen.»

zvg

Seit 20 Jahren steckt der Bau des Würenloser Werkhofs in der Planung fest. Nun soll er endlich gebaut werden. Die Würenloser Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung vom 7. Juni über den Verpflichtungskredit in Höhe von knapp fünf Millionen Franken für den Bau des Werkhofs «Tägerhard». Heute sind das Bauamt und die Technischen Betriebe Würenlos auf sechs Standorte im ganzen Dorf verteilt. Künftig sollen sie gemeinsam im Gewerbegebiet Tägerhard auf dem Grundstück, auf welchem heute die Reithalle steht, untergebracht werden.

«Mit dem Neubau werden im Dorf wichtige Räume in der Zentrumsscheune und dem Spritzenhaus und vor allem im Gemeindehaus frei», sagte Vize-Gemeindeammann Nico Kunz (FDP) an einer Infoveranstaltung. So ergebe sich langfristig genügend zusätzlicher Raum für die Gemeindeverwaltung, welche zurzeit innerhalb des Gemeindehauses sehr eingeengt ist. «Zudem wird durch den Zusammenzug im Tägerhard der Werkverkehr rund um die Schule und das Gemeindehaus gestoppt und das Bauamt und die Technischen Betriebe könnten Synergien bei den Arbeitsmitteln nutzen», so Kunz. Heute müssten die Mitarbeiter der verschiedenen Betriebe teils sehr ineffizient arbeiten, dies wegen der sechs verschiedenen im Dorf verteilten Standorte. «Mit einem einzigen Standort liessen sich personelle und damit mittelfristig auch finanzielle Ressourcen sparen.»

Geplant ist ein zweigeschossiger Bau mit einem Kellergeschoss und einem Kopfbau. Im Erdgeschoss ist eine Halle für grosse Fahrzeuge des Bauamts vorgesehen. Auf dem Hallendach werden die Büros der Technischen Betriebe und der Aufenthaltsraum eingerichtet. Der Keller bietet Platz für Geräte, Material und kleinere Fahrzeuge. Die drei Ebenen sind durch einen Kopfbau verbunden, in dessen Nebenräumen unter anderem die Arbeitsplätze des Bauamts untergebracht sind. Untergeschoss und Treppenhaus werden in Stahlbeton gebaut. Die Halle und die Fassade sollen aus Holz bestehen. Die Baukosten für den Werkhof teilen sich das Bauamt – und damit die Steuerzahler – und die vier Gemeindewerke. Letztere zahlen 3,113 Millionen, das Bauamt 1,876 Millionen Franken.

Vertrag mit den Ortsbürgern

Weil das Land, auf dem der Werkhof zu stehen kommt, der Ortsbürgergemeinde gehört, hat die Gemeinde mit den Ortsbürgern einen Baurechtsvertrag erarbeitet. Über den Vertrag wird an der Gemeindeversammlung separat abgestimmt. Gemeinde und Gemeindewerke zahlen jährlich 48'600 Franken für das benötigte Land. Durch die Abschreibungen, die Betriebs- und Unterhaltskosten ergeben sich somit jährliche Kosten von 208'300 Franken, die sich auf die beteiligten Werke und die Gemeinde verteilen. Davon gehen 78'300 Franken zulasten der Gemeinde.

Eigentlich wollte der Gemeinderat den Werkhof bereits vor rund fünf Jahren realisieren, doch wegen der schlechten Finanzen entschied er sich 2013, das Projekt auf Eis zu legen. Damals schätzte die Exekutive die Kosten allerdings lediglich auf drei Millionen Franken. «Die Differenz kommt zustande, weil wir neu auch die Büroräume für die verschiedenen Betriebe sowie ein Kellergeschoss als Lager und Einstellhalle planen, statt nur einem Hallengebäude», erklärt Nico Kunz auf Anfrage.

Einige Male auf Traktandenliste

Der Gemeinderat hat auch Alternativen geprüft. So wäre es möglich, dass der Werkhof durch die Betriebe der Elektrizitätsversorgung, Wasserversorgung und des Kommunikationsnetzes gebaut und finanziert wird und das Bauamt der Gemeinde sowie das Abwasserwerk sich lediglich einmieten. Dies hätte für die Einwohnergemeinde jährliche Metkosten von 94'000 Franken zur Folge. Wie der Gemeinderat in den Abstimmungsunterlagen schreibt, erachtet er diese Variante als wenig nachhaltig.

Bereits mehrmals war der Werkhof Gegenstand von Gemeindeversammlungen. 1998 genehmigten die Stimmberechtigten einen Kredit über 20'000 Franken, um die Grundlagen auszuarbeiten. 2003 lehnte die Bevölkerung den Standort im «Wiemel» ab. Daraufhin präsentierte der Gemeinderat 2005 eine Auswahl an Standorten, wobei sich die Stimmberechtigten für das Areal «Im Grund» entschieden. Bereits 2007 zeichnete sich dann die neue Lösung mit der Ortsbürgergemeinde und dem Areal Tägerhard ab. Dort sollen künftig Gewerbebetriebe angesiedelt werden.