Feiern ohne Grenzen

200 Jahre Ennetbaden: Diese Trennung ist ein Grund zum Festen

Trennungen sind normalerweise kein Grund zum Festen. Wenn aber deshalb eine 200-jährige Erfolgsstory beginnt, dann schon – so wie im Falle Ennetbadens. Wobei die Limmat am vergangenen Wochenende keine Grenze darstellte.

«Wir haben aus 200 Jahre Gemeinde Ennetbaden das Beste gemacht», sagt am Festakt Gemeindeammann Pius Graf (SP). Heute könnten sich Badener und Ennetbadener «auf Augenhöhe» begegnen. Landstatthalter Urs Hofmann setzt sogar noch einen drauf: «Ennetbaden ist die gute Stube von Baden», unterstreicht er die Bedeutung des Dorfes. Der Applaus ist dem Regierungsrat sicher. Und weiter: «Ich bin heute Gast in einer wohlbestellten Gemeinde, die mit Recht stolz auf ihre 200-jährige Geschichte sein kann.» Das findet auch die Spanischbrödlizunft aus Baden, die den Schritt über die Limmat wagte, um Ennetbadens Vizeammann Jürg Braga zum Zunftstatthalter zu salben.

Nach den Ansprachen haben die Festredner und Ehrengäste im «Genuss Fass» reserviert. Die Offiziellen hätten auch im «Platzhirsch» zu Mittag speisen können, zumal es auf der Fressmeile entlang der Limmat die Beiz ist, in der die Gemeinde selbst auftischt. Aber vielleicht mundeten die Speisen, Variationen vom Grill und Pommes, in der Beiz der Rivaner Zunft doch besser. Denn Tatar, aus Fleisch und auch vegetarisch, im «Platzhirsch» ist wohl nicht jedermanns Sache. «Es sollte halt schon etwas Spezielles sein», berichtet Daniel Widmer, Leiter des Ennetbadener Steueramts. Wobei: «Auch wenn wir nicht am heissen Herd stehen müssen, rohes Fleisch anzubieten, ist trotzdem eine Herausforderung.» Und die Fleisch-Variante sei auch bei den meisten Besuchern der Favorit. «Obwohl ich immer versuche, die Leute auch von der Vegi-Alternative zu überzeugen.»

«Von wegen Schlafdorf»: Das sagen die Besucher:

Swissness mit internationalem Charme

Am Stand «Little Tibet» ist es eher umgekehrt. Dort wird gerne die fleischlose Art der Momo-Teigtaschen geordert. Aber die sind gerade aus. Koch Naka Passang hat den Nachschub schon bestellt. «Momos sind sehr bekömmlich, nicht fett, weil dampfgegart», erzählt der Tibeter. Gina aus Baden («Bin vor allem wegen der Momos hier») teilt sich eine Momo-Portion mit Freundin Ann-Margaret, die eigens aus Dubai zu Besuch ist. Der Gast aus den Arabischen Emiraten ist angetan, sagt: «Hätte nicht gedacht, dass das hier so international ist.»

International geht es auch am Paella-Stand zu, wo José Luis und Marianna Fraile aus Spanien wirten. «Die Original-Paella besteht aus Kaninchen und Poulet», berichtet er. Aber das Paar, seit Oktober mit einem spanischen Restaurant in Baden ansässig, hat die bekanntere Version mit Meeresfrüchten im Angebot. Das Meer ist auch in der Beiz von «Herr Schmidt» Thema, wo das Limmatufer mit Fischernetzen und Seemannsdeko einer Hafenbeiz gleicht. «Viele kommen vor allem wegen unserer Matjes», so Reto Geissmann, einer der Verantwortlichen hinter dem speziellen Gastrokonzept «Aargau trifft Nordsee».

Hier Internationalität, dort Swissness pur – beizentechnisch bot das Dorffest 200 Jahre Ennetbaden beides. «Wir haben versucht, vor allem die lokalen Gruppen, Vereine und Beizen zu berücksichtigen», sagt Raoul Abraham, im OK für die Festwirtschaft zuständig. Wobei lokal eben auch Badener einschliesst.

Das war der Freitag am Dorffest:

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