Bezirksgericht Baden

21-jähriger Raser muss 1500 Franken Busse bezahlen – Das blasse Bürschchen im heissen Ofen

21-jähriger fuhr im Ausserortsbereich bei Untersiggenthal 146 km/h - nun stand er vor Gericht und kam mit einem blauen Auge davon

21-jähriger fuhr im Ausserortsbereich bei Untersiggenthal 146 km/h - nun stand er vor Gericht und kam mit einem blauen Auge davon

Daniel fuhr vor einem Jahr in Untersiggenthal im Ausserortsbereich 146 Kilometer pro Stunde. Nun stand der 21-Jährige vor Gericht: 1500 Franken Busse und 12 Monate bedingt.

Im November letzten Jahres hatte Daniel (Name geändert) einen Sportwagen mit 200 PS unter der Haube geleast.

Einen Monat später und 1000 Kilometer auf dem Zähler war Daniel mit seiner Freundin unterwegs vom Grosseinkauf in Waldshut, als es blitzte. Der Donner folgte in Gestalt der Polizei.

Auf der Fahrt in Richtung Untersiggenthal, im Ausserortsbereich, hatte Daniel 146 km/h auf dem Tacho. Nach Abzug der Toleranz ergab dies ein Zuviel von 62 km/h. Fahrausweis und Sportwagen war Daniel auf der Stelle los und als Raser stand er jüngst vor dem Bezirksgericht Baden.

Raser haben unterschiedlichste Gesichter. Daniel ist ein bleiches, mageres Bürschchen mit kurz geschnittenem Haar und modischer Brille. Er trägt einen dunkelblauen Anzug, Hemd, dunkle Krawatte.

Nächsten Monat wird Daniel 21, er arbeitet im technischen Bereich, verdient 5400 Franken brutto – mal 13. Im Juli hatte er die RS begonnen und nach drei Wochen wegen psychischer Probleme abgebrochen.

Daniel ist am Boden zerstört, kämpft mit seiner Fassung, seine Lippen zittern, als er die Fragen von Gerichtspräsidentin Gabriela Fehr beantwortet.

Die Sonne habe geschienen, Frost habe es keinen gehabt, die Strasse sei trocken, gerade und überschaubar gewesen. Als er aus der 70er- in die 80er-Zone gefahren sei, habe er beschleunigt. «Nicht lange, nur 5 oder 6 Sekunden, bis ich merkte, dass ich zu schnell war.»

Da wars bereits zu spät. «Ich habe einen Fehler gemacht, den ich mein ganzes Leben mit mir herumschleppen werde.»

Aus dem aufgelösten Leasing-Vertrag resultieren für ihn Schulden von rund 1700 Franken. Was weitaus schwerer wiegt, ist die Strafe.

Denn laut Strafprozessordnung müssen als Raser definierte Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt werden.

Für Daniel beantragte die Staatsanwältin 18 Monate bedingt und 3000 Franken Busse. Bei diesem Antrag hielt sie dem Beschuldigten zugute, dass er «glaubwürdig, einsichtig und reuig» sei.

Der Verteidiger fügte dem hinzu, dass sein Mandant keine Vorstrafen habe sowie sozial und beruflich integriert sei. Sieben Monate bedingt seien angemessen: «Es war ein einmaliger Ausrutscher und er hat sicher nicht vorsätzlich gehandelt.»

Das Gericht verurteilte Daniel zu 12 Monaten bedingt und 1500 Franken Busse. «Wir haben die Strafe am untersten Limit angesetzt, weil wir das Verschulden als relativ leicht einstufen. Zwar ist bei solchen Tempi immer eine abstrakte Gefährdung Dritter vorhanden, in diesem Fall aber kann eine konkrete Gefährdung negiert werden», so die Begründung von Präsidentin Fehr.

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