Neuenhof
22-Jähriger aus Neuenhof bringt seine erste eigene Modekollektion heraus

Alessandro Figlioli aus Neuenhof präsentiert dieses Wochenende unter seinem Label «Figlioli les Dames» seine erste eigene Modekollektion für kommenden Herbst/Winter im 25 Hours Hotel in Zürich. «Ich bin gespannt, wie die Modewelt reagiert»

Katharina Herzig
Merken
Drucken
Teilen
Jungdesigner Allessandro Figlioli
8 Bilder
Sara Mirja in einem extravaganten Kleid von Alessandro Figlioli
Sandra Marjanovic in einem zweiteiligen Outfit von Alessandro Figlioli
Sandra Marjanovic in einem bodenlangen Kleid von Alessandro Figlioli
Ein Kleid mit afrikanischen Einflüssen
Bodenlanges Kleid aus Baumwolle mit ausgefallenem Ausschnitt von Alessandro Figlioli
Miss Zürich 2013 Sandra Marjanovic in einer Kreation von Alessandro Figlioli
Extravagantes Kleid aus Taft

Jungdesigner Allessandro Figlioli

Emanuel Freudiger

Schon mit zehn Jahren hat Alessandro Figlioli aus Neuenhof den für Männer eher untypischen Wunsch gehabt, Designer zu werden. Während seiner Lehre als Bekleidungsgestalter war er der einzige männliche Lehrling im Aargau.

Nach Abschluss der Lehre merkte der heute 22-Jährige aber schnell, dass er sich nicht dafür eignet, bei einem Modelabel angestellt zu sein: «Für jemanden zu arbeiten, der den Beruf ausübt, den du selbst eigentlich machen willst, ist nicht so einfach. Ich habe immer meine eigenen Ideen gehabt. Deshalb beschloss ich, auch etwas Eigenes zu machen.»

Mode für gehobene Damen

Diesen Wunsch erfüllte er sich im Sommer 2013, als er das Label «Figlioli les Dames» gründete und sich als Jungunternehmer selbstständig machte. Sein Label zeichnet sich durch simple einfarbige Stoffe und sanfte Farben aus. Die Kleidungsstücke sind elegant geschnitten, schlicht, klassisch und strahlen durch figurbetonte Details Weiblichkeit aus. Diese Stilrichtung ist ganz nach dem Geschmack des jungen Designers. Die kommende Kollektion für Herbst/Winter umfasst 39 Stücke und ist vor allem etwas für gehobene Damen und klassische Businessfrauen. «Meine Mode eignet sich weniger für junge Frauen, die zum Beispiel etwas für den Ausgang suchen. Solche Stücke finden sich nur vereinzelt in meiner Kollektion», erzählt Figlioli.

Die nötige Unterstützung für den Schritt in die Selbstständigkeit erhielt er von seiner Familie, insbesondere von seiner Mutter Silvana. «Ohne ihre Hilfe würde ich diesen Weg nicht überstehen.» Aber auch aus dem Freundeskreis und von seiner ehemaligen Lehrmeisterin erhält er positive Rückmeldungen und Unterstützung. «Die Leute finden es toll, dass sich ein Herr aus dem Aargau als Modedesigner versucht.»

Dieses Wochenende stellt Figlioli im 25 Hours Hotel in Zürich seine erste Kollektion für den kommenden Herbst/Winter vor. Das Hotel wird extra für den Event «Fashionhotel» in eine Boutique verwandelt und bietet in rund 50 Hotelzimmern Kollektionen von jungen Talenten oder grösseren Modemarken. Am Samstag und Sonntag ist der Anlass öffentlich und den Besuchern wird ein Programm mit Fashion-Präsentationen, Marktständen und DJs geboten. «Ich bin jetzt einfach nur gespannt, wie die Zürcher Modewelt auf meine Kollektion reagiert», sagt Alessandro Figlioli. «Schweizer Designer sind eigentlich ganz anders als ich, eher verrückt und futuristisch. Mein Ziel ist es, irgendwann zu den grössten Schweizer Designern zu zählen. Ich möchte dabei mit meiner Kreativität punkten.»

Mit der Gründung von «Figlioli les Dames» hat sich auch der Alltag des Jungunternehmers verändert. «Wer selbstständig ist und etwas aufbauen will, muss eben auf vieles verzichten, vor allem am Anfang.» Bis zu 10 Stunden verbringt Figlioli pro Tag in seinem kleinen aber gemütlichen Atelier im Keller. «Ich möchte mir bald ein richtiges Atelier mit Ladenfläche in Baden zutun, damit ich die Leute professionell bedienen kann. Ich bin aber noch auf der Suche.» An den Wochenenden nimmt sich der Jungdesigner Zeit für sich, um auch mal aus dem Atelier herauszukommen. Er bereut es nicht, den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt zu haben, auch wenn dabei immer ein Risiko besteht.