Baden

225 Schülerinnen und Schüler starten in die 5. Jahreszeit

Im Kurtheater in Baden erhielten die Schüler der Kanti Baden ihr Zeugnis und wurden von ihrem Rektor in die «grosse weite Welt» entlassen.

«Wer von euch kennt Kurt Tucholsky?», fragte Rektor Daniel Franz bei der Eröffnung der Maturafeier im Kurtheater Baden. Stille, unsicheres Murmeln. «Keine Angst, das ist keine Zusatzfrage zu Ihren Prüfungen!», fügte er mit einem Lächeln hinzu und erklärte, dass Tucholsky ein deutscher Schriftsteller war.

Eines seiner Werke nutze Franz, um den Schülern etwas mit auf den Weg zu geben. «Tucholsky spricht von der fünften Jahreszeit – der schönsten Zeit im Jahr, im Leben», sagte Franz und zitierte: «Wenn der Sommer vorbei ist und die Ernte in die Scheuern gebracht ist, wenn sich die Natur niederlegt, wie ein ganz altes Pferd, das sich im Stall hinlegt, so müde ist es – wenn der späte Nachsommer im Verklingen ist und der frühe Herbst noch nicht angefangen hat – dann ist die fünfte Jahreszeit.» Diese Zeit sei nun auch für die Schüler gekommen, sagte Daniel Franz. «Darum solltet ihr nun Innehalten und den Moment geniessen!»

Übergabe der Maturitätszeugnisse als Höhepunkt

Als Festrednerin trat Wirtschaftsprofessorin Monika Bütler auf. Sie sei im Aargau aufgewachsen, erzählte Bütler, habe aber die Kantonsschule in Aarau besucht. Ein Raunen ging durch das Kurtheater. «Dabei wollte ich an die Kanti Baden und wurde trotz Rekurs in Aarau eingeteilt», fügte sie schnell hinzu und hatte die Gunst des Publikums wieder auf ihrer Seite. In ihrer unterhaltsamen Rede thematisierte Bütler die unterschiedlichen Bewertungssysteme und Auswahlverfahren im Ausbildungs- und Berufsleben.

Dann kam der Moment, auf den alle gewartet hatten: die Übergabe der Maturitätszeugnisse. Herausgeputzte und elegant gekleidete junge Damen und Herren schritten vor den Augen ihrer stolzen Eltern zum Klassenlehrer und holten sich das hart verdiente Zeugnis. Mit dem passenden Abschlusssong des A-Kapella-Chors der Kanti – «Don’t stop me now» von Queen – entliess Rektor Daniel Franz die Maturanden und Maturandinnen «in den Apéro und danach in die grosse weite Welt».

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