1800 Besucher pilgerten am vergangenen Samstag ans Sommernachtsfest im Nordportal in Baden. Drei Musiker waren für den Anlass extra aus den USA eingeflogen und spielten satte vier Stunden lang auf einer Bühne, die eigens für das Fest auf dem Vorplatz des Nordportals aufgestellt wurde. Auf der Facebook-Seite des Eventlokals schreiben die Organisatoren entsprechend auch von einem Ereignis, das «Eventgeschichte geschrieben» habe.

Doch was gut ist, das hat auch seinen Preis. Einen Eintritt an der Abendkasse kostete 25 Franken. Nach 1.30 Uhr wurde für die restlichen Partystunden mit DJ-Musik noch 15 Franken verlangt. Summen, für die wohl die einen oder anderen Besucher kein Verständnis hatten. «Es kann doch nicht sein, dass ein Lokal, das von der Stadt finanziell unterstützt wird, nach Konzertschluss noch 25 Franken Eintritt verlangt», regte sich etwa ein Mann auf.

It was a blast!Danke allen Beteiligten, die mit uns Event- und Nordportal-Geschichte geschrieben haben!

Posted by Nordportal Eventhalle Baden on Sonntag, 23. August 2015

Nordportal Baden

Dank Partys Geld für Konzerte

Doch wie weit wird das Nordportal überhaupt öffentlich subventioniert? Geschäftsleiterin Muriel Peterhans schafft Klarheit: Die Stadt stellt die Liegenschaft mietfrei zur Verfügung und zahlt einen Beitrag von jährlich 60 000 Franken an den Betrieb des Nordportals.

Das Aargauer Kuratorium spricht zudem 60 000 Franken Kulturbeitrag – 40 000 weniger als vor zwei Jahren. «Das Geld vom Kuratorium setzen wir ausschliesslich für die Gagen der Künstler ein», sagt sie.

Bei rund 50 Konzerten im Jahr gibt das 1200 Franken pro Band. «Da wir aber oft höhere Gagen bezahlen, müssen diese durch die Partys querfinanziert werden.»

Partys, wie eben diejenige vom vergangenen Samstag. Organisiert wurde sie in Zusammenarbeit mit dem Badener Partyveranstalter «Nachtbrise».

Hätte dieser das Nordportal gemietet und das Fest alleine auf die Beine gestellt, wäre der Eintrittspreis aber auch nicht tiefer ausgefallen. Denn was die Miete betrifft, gilt das Nordportal unter den Eventveranstaltern der Region als ein sehr teures Pflaster.

Soundanlage top, Toiletten flop

Für Muriel Peterhans rechtfertigt die technische Anlage den Mietpreis; sie gilt als eine der besten im Kanton. Wer das Nordportal miete, müsse keine teure Anlage oder sonstige Ausrüstung anschaffen. Alles sei bereits vorhanden und im Mietpreis miteinbegriffen. «Qualität hat seinen Preis. Die Miete steht im normalen Rahmen einer professionellen Location.»

Von der technischen Infrastruktur her ist das Nordportal top. Schwachpunkte sind hingegen die sanitären Anlagen, die für ein solch grosses Lokal zu klein geraten sind. Muriel Peterhans räumt ein, dass die kleinen WCs Planungsfehler waren, als das Nordportal vor zehn Jahren eingerichtet wurde.

Für den grossen Anlass am Samstag wurde deshalb auch ein zusätzlicher WC-Wagen gemietet und draussen aufgestellt. «Wir haben den Besuchern für den Eintrittspreis viel geboten», sagt sie.

Der finanzielle Erfolg des Sommernachtfests wird auch dieses Jahr wieder die grossen Acts ermöglichen, für die das Nordportal bekannt ist.

In dieser Saison stehen Namen wie Seven, Michael von der Heide, Yoko, Kensington und Stefanie Heinzmann auf dem Programm. Zudem feiert das Nordportal vom 15. bis 17. Oktober drei Tage lang das 10-Jahr-Jubiläum.