Wettingen

25 Jahre Wissen: Die Gemeindebibliothek Wettingen feiert

Im Jubiläumsjahr wird das Angebot an E-Books mit einem Bibliotheksverbund ausgebaut. Trotz aller modernen Elektronik weiss die Leiterin Marie-Madeleine Stöckli: «Für viele Leute ist es wichtig, ein Buch in den Händen zu halten.»

«Für die Bibliothek war das freie Feuerwehrmagazin ein Glücksfall», sagt Marie Madeleine Stöckli, Leiterin der Gemeindebibliothek Wettingen. Und dieser Glücksfall war vor 25 Jahren eingetreten. Die Gemeinde hatte im Gebiet Langäcker ein neues Feuerwehrmagazin gebaut.

Das Gebäude an der Mattenstrasse wurde frei. Und nach einem geglückten Umbau wurde daraus die neue Gemeindebibliothek. Der früheren Funktion als Fahrzeughalle verdankt das Erdgeschoss seine Höhe, die zur hellen Atmosphäre beiträgt.

Direkt zur DVD gewechselt

25 Jahre ist nicht nur die Bibliothek am neuen Ort, seit 25 Jahren wird sie von Marie Madeleine Stöckli geleitet – 25 Jahre, in denen sich viel verändert hat. Aus dem klassischen Buchverleih im Rathaus wurde eine zeitgemässe Bibliothek. Das Bibliotheksteam wurde neu zusammengestellt, das Angebot ausgebaut und die Öffnungszeiten verlängert.

«Zuerst wurden Landkarten und Velokarten ins Sortiment aufgenommen, es folgten Hörbücher, Compact Discs mit Musik aus allen Sparten und CD-ROMs», sagt Stöckli.

Einzig den Schritt zur Videokassette hat die Bibliothek nicht mitgemacht: «Wir haben direkt zur DVD gewechselt.» Diese stiess auf grosses Interesse: «Wir erlebten einen richtigen Boom.»

Eine Konsequenz davon, es brauchte mehr Personal. Heute sind in der Bibliothek neben den sieben speziell ausgebildeten Bibliothekarinnen auch Kantonsschülerinnen tätig, die mindestens 18 Jahre alt sein müssen. Sie reihen die zurück gegebenen Medien wieder in die Gestelle ein. Dort stehen sie bereit, bis der nächste Kunde kommt und sie ausleiht. Eine Frist, die möglichst kurz sein sollte. «Wenn wir unseren Auftrag gut erfüllen, stehen die Medien nicht bei uns, sondern die Kundinnen und Kunden nehmen sie nach Hause um sie zu geniessen», sagt Stöckli.

Ein Programm für Kinder

Um neue Kunden bemüht sich das Bibliotheksteam besonders. «Wir führen regelmässig Klassenführungen durch», sagt Stöckli. Die Gemeindebibliothek versteht sich auch als Institution, die hilft, die Menschen zu integrieren und eine Verbindung zur regionalen Medienwelt herzustellen.

Kleine Kinder und deren Eltern werden mit speziellen Aktionen angesprochen. «Die Schwerpunkte dabei sind frühkindliche Sprachförderung und Leseförderung.» Jährlich werden mindestens zwei Lesungen für Erwachsene und eine Lesung für Kinder organisiert. Diese finden jeweils im Untergeschoss statt, das bis zu 120 Sitzplätze bietet. Dazu werden die Rollgestelle mit den Medien beiseite geschoben.

Aktionen lohnen sich, wie Stöckli feststellt. Zwar ist die Zahl der Benutzer um 2,8 Prozent zurückgegangen, doch: «Bei den Kindern können wir eine leichte Zunahme verzeichnen.»

Der Ausbau bedingte auch eine bessere Organisation. Seit 1996 werden die Medien mit Computer verwaltet. Das Internetangebot wurde schrittweise ausgebaut. Neu können E-Medien via Internet ausgeliehen werden. Ein Verbund von 31 Bibliotheken betreibt die Website www.ebookplus.ch. «Zur Finanzierung steuert jede angeschlossene Bibliothek 5 Prozent ihres Medienkredites bei.»

Trotz aller modernen Elektronik, die in der Bibliothekswelt Einzug hält, Stöckli weiss: «Für viele Leute ist es wichtig, ein Buch in den Händen zu halten.» Damit die Besucher auch in der Bibliothek schnell ins Internet können, hat die Gemeinde WLAN eingerichtet. Denn Besucher kommen nicht nur vorbei, um ein Medium abzuholen, sie verbringen oft einige Zeit in der Bibliothek.

«Wir haben Kunden, die bei uns Zeitungen lesen oder für Recherchierarbeiten da sind», sagt Stöckli. Dazu stehen spezielle Arbeitsplätze und Leseecken zur Verfügung und seit Neuestem eine Kaffeemaschine.

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