Über ein Vierteljahrhundert war Heinz Wey Schulhauswart an der Bezirksschule in Wettingen. Er weiss einiges zu berichten aus dieser Zeit. So gehörte es zu seinen Aufgaben, Überschwemmungen in den Toiletten zu verhindern: «Mit WC-Rollen haben Schüler die Abflüsse verstopft – die anderen Schüler haben mich aber darauf aufmerksam gemacht, bevor es zu einer Sintflut kam.»

Einigen Schülern brachte er Staub saugen oder Fenster putzen bei, wenn sie einen sogenannten Mittwochnachmittag kassierten, eine Strafarbeit für schlechtes Verhalten. Einmal hätten Schülerinnen darum gebeten, die Toiletten putzen zu dürfen: «Ich trug ihnen eigentlich auf, den Lichtschacht zu reinigen, aber sie fürchteten, dort auf Spinnen zu treffen», sagt Wey. Wenn die Schüler sich anstrengten und anständig waren, liess er sie ein bisschen früher gehen. Wenn er daran zurückdenkt, erscheint ein breites Lächeln in seinem Gesicht.

Wie seine Berufskollegen kennt auch Wey den Ärger mit den Kaugummis, die unter den Tischen kleben: «Dieses Problem hat man in allen Schulen», erklärt Wey. Darüber aufgeregt habe er sich aber nie, wie er versichert. «Mit dem Frühlingsputz werden die Kaugummis jedes Jahr wieder abgekratzt», erklärt er schmunzelnd. Dabei half ihm seine Frau Brigitta, die ihn die ganzen Jahre tatkräftig unterstützt habe, wie er betont.

Oft war der Schulhauswart Helfer in der Not, wenn Lausbuben anderen Schülern Streiche spielten – zum Beispiel wenn sie die Luft aus dem Velopneu abliessen oder mit Schlössern andere Velos abschlossen. «Da war meine Pumpe oder die grosse Zange gefragt.»

Weys Tipp an seinen Nachfolger

Am 31. Januar geht Wey offiziell in Pension. Sein Tipp an den Nachfolger: «Mit den Schülern und Lehrern auskommen – das ist das Wichtigste», erklärt er. «Muss man beispielsweise etwas schleppen, sind sie immer zur Stelle und packen mit an.» Bis jetzt hat die Schule noch keinen Nachfolger gefunden. Uwe Nyfeler wird bis im Sommer für den Unterhalt des Schulhauses sorgen. Normalerweise hilft er als Springer in den verschiedenen Schulhäusern aus.

Die Schüler und die Lehrer werde er vermissen: «Nach den Ferien freute ich mich darauf, die Schüler wieder zu sehen. Dann kehrte wieder Leben in das Schulhaus ein», sagt Wey. Trotzdem sei er froh, dass er die Verantwortung nicht mehr tragen müsse. So begann sein Arbeitstag schon um 6 Uhr in der Früh, um die Turnhalle und die Garderobe zu putzen. Gegen 22 Uhr folgte der letzte Rundgang, um zu kontrollieren, ob die Vereine alle Lichter löschten. Täglich musste er die Asche aus der Holzschnitzelheizung entfernen.

Weys Zukunftsträume sind schlicht: «Ich möchte meine Grosskinder geniessen.» Zudem müsse er sich mit seiner Frau nach einem neuen Zuhause umsehen – bis im Sommer müssen sie ihre Dienstwohnung auf dem Schulgelände verlassen.