Ehrendingen
30 Jahre geplant – nun ist der neue Kreisel endlich eingeweiht

An der Einweihung des Kreisels Niedermatt erzählten die Protagonisten überraschende Geschichten über die Entstehungsgeschichte des Kreisels. Pro Tag fuhren rund 11 000 Fahrzeuge bei der Abzweigung Freienwil vorbei.

Pirmin Kramer
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Der neue Kreisel bei der Abzweigung Freienwil.

Der neue Kreisel bei der Abzweigung Freienwil.

Mathias Marx

Die Einweihung eines Kreisels ist nicht selten eine einschläfernde Angelegenheit: Politiker schneiden zur Feier ein Band durch, ehe sie eine Rede halten und wieder verschwinden.

Zwar lief auch die Eröffnungsfeier des Kreisels Niedermatt in Ehrendingen ungefähr nach diesem Prozedere ab – die Protagonisten waren Regierungsrat Stephan Attiger und Gemeindeammann Renato Sinelli – und doch wird diese Einweihung kaum jemandem als lästiger Anlass in Erinnerung bleiben.

Denn Entstehungsgeschichte und geschichtlicher Hintergrund des Kreiselschmucks dürfte vielen Gästen nicht bekannt gewesen sein.

Los ging der Abend allerdings mit einer schlechten Nachricht: Attiger stecke im Stau fest und verspäte sich, wurde den Gästen mitgeteilt, während sie sich bei Nebel und Kälte die Beine in den Bauch standen.

Da blieb Zeit zu diskutieren, warum denn ein Kreisel überhaupt bei Dunkelheit eingeweiht werde und nicht bei Tageslicht, wenn man das Bauwerk erstens besser bestaunen könnte und es zweitens vielleicht ein bisschen wärmer wäre.

11 000 Fahrzeuge pro Tag

Die Feier startete dann richtig mit einer Fahrt im – geheizten – Postauto durch das Dorf, die Fahrt wurde «Dreikreiselfahrt» genannt, denn in Ehrendingen existieren seit 2008 zwei weitere solche Bauwerke zur Verflüssigung des Verkehrs.

Das Postauto kam schliesslich beim neuen, gut beleuchteten Kreisel Niedermatt an. Ihn ziert eine rote Lore – ein Transportwagen auf Schienen, die in einem 40-Grad-Winkel himmelwärts ragen.

Damit, und das dürfte mancher Kreiselfahrer nicht gewusst haben, wird an die in den 1890er-Jahren florierende Zementfabrik erinnert, die 1902 jäh in den Konkurs fiel.

Für viele ebenso überraschend hörte sich die Entstehungsgeschichte des Kreisels an. Gemeindeammann Renato Sinelli erzählte, schon vor dreissig Jahren habe es Diskussionen zur Verkehrsführung bei der Abzweigung Freienwil gegeben, wo heute 11 000 Fahrzeuge pro Tag durchfahren.

Es dauere jeweils lange, bis in Ehrendingen ein Kreisel realisiert werden könne, sagte Sinelli.

Diskussionen hatte es um den Namen der Bushaltestelle gegeben, die beim Kreisel steht und ab dem Fahrplanwechsel nun Niedermatt heissen darf. Die Gemeinde musste dem Bund erst beweisen, dass es sich hierbei um einen offiziellen Flurnamen handelt.

Regierungsrat Attiger würdigte den Kreisel derweil als gelungen in allen Facetten – verkehrstechnisch, aber auch von der Sicherheit und Gestaltung her.