30 bis 35 Stunden haben zwei Schüler und zwei Schülerinnen der Kantonsschule Wettingen allein für das «Fotoshooting» gebraucht. Rund 1000 Fotos sind entstanden. Jonas Grillo (18) aus Gebenstorf, Ursina Häfliger (18) aus Buchs bei Aarau, Joëlle Simmen (17) aus Brugg und Severin Oppliger (18) aus Untersiggenthal haben schon lange vor dem eigentlichen Start der Projektarbeit gewusst, was sie machen wollten: bekannte Motive der Stadt Baden mit «Light Graffiti» darstellen.

Warum die Stadt Baden? «Baden ist unser Zentrum», sagt Jonas Grillo. Schon bald standen für sie auch die Motive fest: das Trafokino, das Nordportal, der Stadtturm, die Ruine und die ABB. Der Bahnhof hätte ein weiteres Motiv sein sollen, die Weihnachtsbeleuchtung machte ihnen aber einen Strich durch die Rechnung. «Das war schon etwas schade», sind sie sich einig.

Zeichnen mit Taschenlampe

«Light Graffiti» ist kurz «malen mit Licht vor der Fotokamera». Damit das Licht jeweils gut sichtbar wurde, mussten die vier die Fotos im Dunkeln oder gar in der Nacht machen. «Das war mit der Zeit sehr anstrengend, und vor allem wurde es immer kälter», sagt Joëlle Simmen.

Dabei brachten die vier Schüler beispielsweise im Trafokino eine digitale Spiegelreflexkamera in die richtige Position und stellten den Selbstauslöser ein. 30 Sekunden Belichtungszeit. In dieser Zeit zeichneten sie mit Taschenlampen Kreise oberhalb der Sitzreihen, rannten zum nächsten Sitz und zeichneten wieder einen Kreis. Die Kreise stellten die Köpfe der Kinobesucher dar. Weil sie immer in Bewegung wa-ren, wurden sie kaum belichtet und deshalb von der Kamera nicht re- gistriert – und schliesslich waren nur die Licht-Kreise auf dem Foto zu sehen.

«Bei dem Stadtturm-Foto sieht man uns ein wenig. Das finde ich in Ordnung, es zeigt nämlich zugleich, dass wir die Fotos nicht bearbeitet haben», ergänzt Joëlle Simmen.

Schwierige Aufnahmen auf der Ruine

Etwas schwieriger gestaltete sich das Foto auf der Ruine. «Wir wollten etwas zeichnen, das mit dem Motiv im Zusammenhang steht», sagt Ursina Häfliger. Ritter oder Geister, aber nichts habe sich umsetzen lassen. Erst Wunderkerzen brachten sie auf die Idee: Sie erinnerten sich an das jährliche Feuerwerk am 1. August auf der Ruine. Gedacht, getan. Die Wunderkerzen verzieren nun das Foto von der Ruine.

Als die Fotos im Kasten waren, entwickelten sie ihre Idee weiter und gestalteten eine Postkarte. Dazu haben sie sich mit Thomas Lütolf vom Standortmarketing Baden getroffen. «Er war sofort begeistert von unseren Fotos», sagt Joëlle Simmen. Er erlaubte den Schülern, das Logo «Baden ist.» für die Postkarten zu übernehmen. «Thomas Lütolf sagte uns, dass unsere Arbeit Qualität hat. Diese Bestätigung für uns und unsere Arbeit von einem Aussenstehenden gab uns noch mehr Motivation», sagt Jonas Grillo. Sie liessen die Karten für den Eigengebrauch und für die Dokumentation drucken. Die vier können sich jedoch vorstellen, die Karten bei Nachfrage nochmals zu drucken und zu vertreiben.