In Niederrohrdorf boomt der Wohnungsbau. Gemäss neuesten Prognosen der Gemeinde soll die Bevölkerungszahl durch die geplanten Bauvorhaben in sechs Jahren von 3660 um rund 630 Personen auf 4290 Personen steigen. «Die Viertausendermarke werden wir voraussichtlich 2018 knacken», blickt Gemeindeschreiber Hugo Kreyenbühl in die Zukunft. Wo aber sollen diese 630 Personen leben?

Siedlung auf Kuhn-Areal geplant

Nach dem Libellenkreisel, eingangs des Dorfes, sind die Bauarbeiter mit dem Aushub für die neun «Y-Häuser» beschäftigt. 119 Wohnungen entstehen hier in der «Hintermatt». In der Siedlung, die ab Ende 2015 bezugsbereit sein soll, werden laut Bauverwalter Sandro Fischer zwischen 200 und 250 Personen wohnen. Die nächste Baustelle befindet sich nur wenige Meter weiter entfernt. An der Bremgartenstrasse vis à vis vom Gemeindehaus sind ein Doppeleinfamilienhaus und ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohnungen im Bau. Das neueste Projekt ist die geplante Siedlung an der Alten Bremgartenstrasse. Gegenüber dem Kindergarten Clemenz befindet sich das ehemalige Kuhn-Areal. Wie im Sommer bekannt wurde, hat die Laufenburger Erne-Gruppe Personal und Inventar der Bauunternehmung W. Kuhn AG übernommen. Die einst ebenso dort ansässige Sanitär-Firma Egloff & Känzig AG ist in Liquidation.

Das Kuhn-Areal mit einer Grösse von etwa eineinhalb Fussballfeldern ist verwahrlost. Ein sichtbares Zeichen ist das kaputte mit Brombeeren überwucherte Auto. Einige der älteren Häuser haben eine schlechte Bausubstanz, andere liegen bereits brach. Für den Gemeinderat Grund genug, das Gespräch mit den drei Eigentümern W. Kuhn AG, Egloff & Känzig AG und Werner Brunner zu suchen. Dies mit dem Ziel, «mit einem Architekturwettbewerb und in der Folge mit einem Gestaltungsplan eine städtebaulich hochwertige Lösung zu finden», erklärt Fischer. Diese Gespräche haben gefruchtet: Vier Büros wurden zum Wettbewerb eingeladen, woran sich die Gemeinde finanziell beteiligt hat. Sieger ist die Firma Egli Rohr Partner AG aus Baden. Das Projekt sieht sechs Punkthäuser mit 93 Wohnungen für rund 200 Personen vor (siehe Foto). Die Häuser sollen ab 2017 bereitstehen.

Egro wartet auf Baubewilligung

Vier weitere Bauprojekte mit rund 80 Wohnungen sind auf vier Baufeldern im Egro-Park geplant. Drei der vier Baugesuche der Egro Immo AG hat der Gemeinderat bereits bewilligt. Eines davon ist das Wohn- und Gewerbehaus auf der ehemaligen Egro-Deponie am Weiherweg. Wie die az berichtet hat, will die Egro Immo alle Baufelder mit Wohneinheiten veräussern. Die Verhandlungen laufen seit mehreren Monaten. Wie Hans Gattlen, Geschäftsführer der Egro Immo, jetzt erklärt, sollen die Verhandlungen aber Ende Monat abgeschlossen sein. «Die ausstehende Baubewilligung der Gemeinde für den Umbau des Gründerbaus in acht Loftwohnungen hat die Verhandlungen erschwert», sagt Gattlen. Am Montag wird der Gemeinderat einen Beschluss fassen.

Sicher ist: Unter dem Strich blickt die Gemeinde einer rasanten Entwicklung entgegen. Sollten die Schülerzahlen gleichermassen rasant steigen, wird der Gemeinderat über die Bücher gehen müssen. Denn der Schulraum der Primarschule Rüsler ist bereits heute knapp.