Auf dem Schlossbergplatz haben sich am «Liechterwecke» vergangenen Mittwochabend gegen 3000 Erwachsene und Kinder versammelt. Sie lauschten der Märchenerzählerin und bestaunten die Weihnachtsbeleuchtung.

Der feierliche Anlass sorgte aber aufgrund der teilweise beengten Verhältnisse nicht nur für Freude. Dies bezeugen mehrere Besucher der beliebten Veranstaltung. «Der Anlass ist Opfer seines eigenen Erfolgs», beschreibt ein Vater das Kernproblem. Er bemängelt, dass die Organisatoren ihr Versprechen nicht gänzlich eingehalten hätten: «Den Kindern ist ein Spanischbrödli versprochen worden. Als ich beim Schild an einem Stand nach Spanischbrödli für meine Kinder fragte, hiess es, man müsse diese bezahlen.»

«Ganz fescht lüüte»: Mit ihren Glöggli wecken die Badener Kinder die Lichter ihrer Weihnachtsbeleuchtung.

«Ganz fescht lüüte»: Mit ihren Glöggli wecken die Badener Kinder die Lichter ihrer Weihnachtsbeleuchtung.

Wenn das tatsächlich der Fall gewesen wäre, «ist dies natürlich heikel», sagt Thomas Lütolf, Leiter des Standortmarketing der Stadt Baden. Grundsätzlich hätte es genug Spanischbrödli gegeben, stellt er klar.

Eine Mutter, die mit ihrem kleinen Sohn am «Liechterwecke» unterwegs war, fragt sich, warum man die Leute für die «Glöggliverteilet» auf den Cordulaplatz hetze. «Der Festakt findet auf dem Schlossbergplatz statt. Wieso stellt man nicht ein paar Helfer beim Blinddarm und der Badstrasse auf, die die Glöckchen verteilen?», schlägt sie vor. Ein anderer Besucher hat an der neuen Lösung, die Glöckchen auf dem Cordulaplatz ab 16.45 Uhr jedem Kind einzeln zu überreichen, nichts auszusetzen. «Die Glöckchenabgabe war dieses Jahr besser organisiert.» Schade sei jedoch gewesen, dass die Märchenerzählerin zu früh mit der Geschichte begonnen habe, als noch nicht alle Kinder vom Umzug auf dem Schlossbergplatz eingetroffen waren, so der junge Vater.

Festhalten an Feierlichkeit

Bereits vor zwei Jahren erkannte die Stadt Baden, dass der Anlass an seine Grenzen stösst. Muss die Stadt angesichts dieser kritischen Stimmen das Konzept des erfolgreichen Events überdenken?

«Der Anlass soll weiterhin in der Innenstadt stattfinden», ist sich Lütolf sicher. Es gebe jedoch noch Verbesserungspotenzial. «Hindernisse wie Plakat- und Veloständer werden wir beim nächsten Mal vom Schlossbergplatz entfernen, um mehr Platz zu schaffen und den Ablauf zu beruhigen», sagt Lütolf. Zudem werde man künftig den Anlass nicht nach aussen, sondern nur noch lokal bewerben, um die Besucherzahl zu begrenzen.

Dass die Märchenerzählung zu früh gestartet habe, hätten die Organisatoren selber bemerkt. «Wir werden in Zukunft den Schluss des Umzugs mit Laternen signalisieren, um das zu verhindern», versichert Lütolf. Vom Abholen der Glöckchen an verschiedenen Standorten und der direkten Besammlung auf dem Schlossbergplatz sieht Lütolf jedoch ab. An der Übergabe der Glöckchen durch die Spanischbrödlizünfter auf dem Cordulaplatz und dem Umzug von der Weiten Gasse bis zum Schlossbergplatz wolle man festhalten. «Der feierliche Charakter mit der Wartephase in der Weiten Gasse und dem Umzug ist für die Kinder spannender und zeigt ihnen, dass sie an diesem Anlass im Zentrum stehen», erklärt Lütolf.