Baden
300000 Badener Fotos ins Museum gebracht

Die Zipser-Sammlung gilt als grösster Fotoschatz der Stadt. Ein Teil wird nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

pirmin kramer
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Eines von 300000 Zipser-Fotos: Das Konfektionshaus Kreyscher, 1931.

Eines von 300000 Zipser-Fotos: Das Konfektionshaus Kreyscher, 1931.

Zur Verfügung gestellt

Generationen von Badenerinnen und Badenern sowie Kurgäste aus der ganzen Welt liessen sich im Fotohaus Zipser ablichten, das 1875 gegründet wurde. Vater und Sohn Zipser schossen vor allem Porträtfotos, machten aber auch unzählige Bilder von Strassen, Häusern und Landschaften Badens und der Region. Über 300 000 Fotos umfasst die Zipser-Sammlung – sie gilt als «unverzichtbares fotografisches Erbe Badens» und als «grösster historischer Fotoschatz der Stadt», heisst es in einer Mitteilung.

Jetzt befindet sie sich die Sammlung im Historischen Museum: Letztes Jahr sei die Sammlung in rund 180 Kisten in die Museumsräume an der Limmat transportiert worden. Ein Teil der Bilder soll hier digitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – kürzlich hat die Stadt Baden hierfür einen Projektkredit gesprochen.

Das Fotohaus Zipser zählte mit zu den bedeutendsten Fotoateliers der Stadt. 1955 wurde es von Walter Müller übernommen, doch die besten Zeiten gehörten bereits der Vergangenheit an, und im Jahr 1981 folgte der Konkurs. Die damalige Schweizerische Kreditanstalt erwarb aus der Konkursmasse das Plattenarchiv – also die Originalnegative auf den Glasträgern – und schenkte es dem Historischen Museum. Doch weil es dort vor 33 Jahren noch keinen geeigneten Aufbewahrungsort gegeben hatte, gelangte die Sammlung danach in privaten Händen: Das Badener Ehepaar Verena und Walter Scherer bewahrte und pflegte den Fotoschatz.

Unter ihrer Obhut wurde in all den Jahren eine wesentliche Zahl der Zipser-Fotos identifiziert, datiert und ein Teil davon reproduziert. Dass der Fotoschatz nun im Museum aufbewahrt werden kann, macht ein eigener Fotoraum möglich, in dem optimale Aufbewahrungsbedingungen herrschen. Heute Mittwochabend, von 17.30 bis 19 Uhr, sprechen die Scherers über ihre langjährige Tätigkeit. Stadtarchivar Andreas Steigmeier und Tobias Wildi vom Dokuteam stellen das Digitalisierungsprojekt vor und kommentieren eine Auswahl der bereits digitalisierten Bilder.