Baden
350 Unterschriften gegen den Bahnhof-Umbau

Der Stadtschreiber von Baden hat eine Petition mit 350 Unterschriften für seine sanfte Renovierung des Bahnhofsgebäude entgegen genommen. Ob die Sanierung kommt, bleibt abzuwarten.

Nadine Böni
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Ein kalter Wind wehte durch die Badener Altstadt, als die Petitionäre um Bea Grünig dem Stadtrat gestern die gesammelten Unterschriften überreichten. Ein kalter Wind, der auch der Stadt und den SBB entgegenwehe, meinte ein Petitionär mit Blick auf den hartnäckigen Widerstand gegen die seiner Meinung nach «auf Kommerz ausgerichtete Umnutzung des ältesten Schweizer Bahnhofs».

Bedeutung unterschätzt

350 Unterschriften sammelten Bea Grünig und Peter Schwaller in rund einem Monat. Überrascht sei sie von der Anzahl gesammelter Unterschriften, sagt Bea Grünig. «Überrascht, dass sich so viele Leute für die Petition eingesetzt haben, obwohl es eine schwierige Situation ist.»

Nach wie vor ist Bea Grünig überzeugt, dass die historische Bedeutung des Badener Bahnhofgebäudes unterschätzt werde.

Die Gestaltung sei den Bedürfnissen eines denkmalgeschützten Gebäudes unterzuordnen, argumentieren die Petitionäre. Sie plädieren für eine andere Nutzung des Bahnhofs: als «nicht so abwegig» bezeichnen sie die Idee, einen Museumsraum einzurichten. «Das hätte ein kultur-historisch wertvolles Gebäude wie der Bahnhof Baden mit der Spanischbrödlibahn auch verdient.»

Kultur statt Kommerz

Mit dem historischen Zug reisten die Petitionäre gestern denn auch zur Übergabe der Petition vor das Rathaus: Mit der Spanischbrödlibahn – vorübergehend beschriftet mit «Kultur statt Kommerz» – fuhren die Petitionäre durch die Badstrasse, über den Theaterplatz, durch den Turm in die Rathausgasse.

Dort erwartete sie Stadtschreiber Stefan Jetzer in Vertretung des Badener Stadtrats. Dieser weilt derzeit in den Ferien. «Ein Zufall», wie Stadtschreiber Jetzer betonte.

Petitionäre geben nicht auf

Bea Grünig nutzte die Übergabe und redete Stefan Jetzer noch einmal ins Gewissen: «Ich hoffe schon, dass der Stadtrat jetzt das Projekt noch einmal gründlich überdenkt.»

Ans Aufgeben denkt sie auch knapp eine Woche vor dem geplanten Baubeginn nicht. «Ich glaube es erst, wenn es soweit ist. Vorher gebe ich nicht auf», sagt Grünig.