Würenlos

5-jährige Planung: Der «Steinhof» soll wieder auferstehen

Modell des künftigen «Steinhofs»: Kopfbau und Gartenwirtschaft bleiben erhalten. Dahinter der Neubau anstelle der heutigen Scheune. Kleines Bild: Blick von der Gartenwirtschaft zur Scheune.

Modell des künftigen «Steinhofs»: Kopfbau und Gartenwirtschaft bleiben erhalten. Dahinter der Neubau anstelle der heutigen Scheune. Kleines Bild: Blick von der Gartenwirtschaft zur Scheune.

Nach rund fünf Jahren Planung liegt das Baugesuch für das Hotel-Restaurant Steinhof auf. Rundherum soll ein neues Quartier mit Gewerbe- und Wohnzone entstehend.

60 Jahre, nachdem König Paul von Griechenland im Würenloser «Steinhof» zu Gast war, soll dieser wieder als Restaurant für neue Gäste fit gemacht werden. Seit rund fünf Jahren läuft die Planung. Keine leichte Aufgabe, denn es gibt viele Faktoren zu berücksichtigen. Allein der Entwicklungsrichtplan umfasste mit dem «Steinhof» die Gebiete Bahnhof, Grosszelg und Im Grund. Er gibt Auskunft über die Nutzungsmöglichkeiten und Erschliessungsvarianten. Basierend darauf muss ein Gestaltungsplan für das hinter dem «Steinhof» liegende Areal ausgearbeitet werden, dort sollen Wohnungen entstehen. Ein weiterer Aspekt ist die Kantonsstrasse mit der Barriere, wo es oft zu längeren Staus kommt. Die Suche nach einer Lösung ist noch im Gange.

Vorwärts geht es hingegen beim «Steinhof»: Läuft alles wie vorgesehen, kann das Wirtepaar Isabella und Juan Rodriguez ab 2018 in seinem Restaurant wieder Gäste empfangen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen noch einige Hindernisse überwunden werden. Vor allem braucht es eine Baubewilligung: Momentan liegt das Baugesuch auf. «Der ‹Steinhof› ist für Würenlos ein wichtiges Identifikationsgebäude, deshalb wollen wir es erhalten», sagt Martin Thalmann vom Wettinger Architekturbüro Thalmann Steger. Das Gebäude steht nicht unter Schutz, im Gegenteil, es gibt eine Abbruchbewilligung. Für Thalmann ist aber klar: «Der markante Kopfbau bleibt in seiner äusseren Erscheinung erhalten.» Der rückwärtige Anbau mit dem Saal wird abgebrochen. «Er ist in einem sehr schlechten Zustand, der Saal fällt zusammen.» Dasselbe gilt für die neben dem «Steinhof» stehende Scheune. «Der Dachdecker weigert sich, auf das Dach zu steigen, das wäre zu gefährlich», sagt Thalmann.

Die Scheune wird zum Wohnhaus

Die Gartenwirtschaft und der Kopfbau sollen wieder das werden, was sie jahrzehntelang gewesen sind: ein Treffpunkt für die Gäste. Ergänzt wird dieser durch einen rückwärtigen Anbau, womit das Gebäudeensemble wieder dem heutigen Bild entspricht. Im Erdgeschoss dieses Anbaus sind Säle und die Wirtewohnung vorgesehen.

In den Obergeschossen sind 14 Hotelzimmer geplant. Einige davon werden für Gäste konzipiert, die länger dort wohnen werden, wie Mitarbeiter von internationalen Konzernen. Im Neubau, anstelle der heutigen Scheune, sind 12 Mietwohnungen vorgesehen. Wo die heutige Rampe in das Obergeschoss der Scheune führt, wird eine Rampe in die Tiefgarage erstellt. Die oberirdischen Parkplätze für das Restaurant bleiben erhalten. Die Anlage wird, so Thalmann, rund 11 Millionen Franken kosten. Die Bauarbeiten dürften rund anderthalb Jahre dauern. Die Baubewilligung erwartet er noch dieses Jahr.

Ein neues Quartier für Würenlos

Hinter dem «Steinhof» erstreckt sich das Areal Im Grund. Dessen vorderer Teil liegt in der Wohnzone und gehört zum Restaurant. Der hintere Teil liegt in der Gewerbezone und gehört Dritten. Die von der Gemeinde verlangten Volumenstudien des Architekturbüros zeigen, dass sich auf den beiden Arealen je rund 70 bis 80 Wohnungen in sechs oder sieben Mehrfamilienhäusern erstellen lassen können. Bauherr der direkt hinter dem «Steinhof» liegenden Mehrfamilienhäuser wird die Würenloser Immopuls AG. Thalmann schätzt die Investitionssumme auf rund 30 Millionen Franken. «Wir rechnen mit einer Baubewilligung in zwei Jahren», sagt Thalmann. Verkehrsmässig erschlossen wird das Areal durch eine Zufahrt beim Neubau.

Bevor auf dem hinteren, nicht zum «Steinhof» gehörenden Areal gebaut werden kann, muss dieses von der Gewerbe- in eine Wohnzone überführt werden. Die Erschliessung ist, nach dem noch nicht gültigen Entwicklungsrichtplan, via Lättenstrasse vorgesehen. Das ist ein separates Verfahren, das nicht mit dem Projekt Steinhof zusammen hängt.

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