Fislisbach wächst kontinuierlich - rund 5500 Personen zählt die Gemeinde heute. Das sind 650 Personen mehr als 2004. Bis ins Jahr 2020/25 sollen weitere 500 Personen zuziehen – das besagen kantonale Prognosen. Dies hat Auswirkungen auf die Infrastruktur. Ein Beispiel: Bereits heute besuchen 40 Kinder die Tagesstrukturen. Diese Zahl soll sich in den nächsten Jahren verdoppeln. Um Reserven einzurechnen, wird die Schulhauserweiterung beim Schulhaus Leematten deshalb bereits heute grösser geplant (az berichtete). «Wir werden auch den Kindergarten erweitern müssen, da wir mit einer siebten Abteilung rechnen», erklärt Bauverwalter Robert Hegglin.

Um dem Bevölkerungswachstum gerecht zu werden, hat eine 18-köpfige Planungskommission während dreier Jahren die Nutzungspläne aus dem Jahr 2003 überarbeitet und diverse Zonen angepasst. Die Abstimmung zur Teilrevision findet an der Gemeindeversammlung im Sommer 2015 statt.

Neues Gesetz eine Strapaze

Eine Strapaze für alle am Projekt Beteiligten ist das neue Raumplanungs-Gesetz – es verbietet die Zersiedlung der Gemeinden. Konkret bedeutet das, dass kein Landwirtschaftsland mehr eingezont werden darf. Diese Gesetzesänderung hat der Gemeinde bereits einen Strich durch die Rechnung gemacht: Die Teileinzonung im Gebiet Buech musste gestoppt und das geplante Einzonungsbegehren vorläufig in den Sand gesetzt werden. Der Kanton überarbeitet derzeit seinen Richtplan – darin ist auch das Gebiet Buech. Es könnte aber noch Jahre dauern, bis der Kanton grünes Licht für die Teilrevision gibt und das «Buech» überbaut werden kann. «Dort könnten etwa 200 Personen leben.»

In Fislisbach gibt es zwar noch Bauland in der Grösse von knapp sechs Fussballfeldern, die verschiedenen Parzellen sind aber in Privatbesitz. Zudem gibt es im Zentrum Grundstücke, die nicht für die Gemeinde optimal genutzt werden. Im Rahmen der Teilrevision Nutzungsplanung wurden Haus- und Landbesitzer eingeladen, um eine Verdichtung nach innen, beziehungsweise in die Höhe, zu besprechen. «Rund ein Viertel der angefragten Personen hat positiv auf die Visionen der Planungskommission reagiert.» Die Idee ist aber nicht, dass die Gemeinde Bauland oder Häuser kauft und Projekte realisiert. «Ziel ist, dass die Besitzer die Fäden in die Hand nehmen und wie etwa die Eigentümer im Gebiet Boll Mehrfamilienhäuser bauen lassen.» Solche Projekte seien auf den vorhandenen Baulandreserven ohne Zonenplanänderung möglich.

Audi baut Garage

Trotz der schwierigen gesetzlichen Grundlagen und der schwierigen Teilrevision der Nutzungsplanung wird in Fislisbach trotzdem gebaut: Nächstens fertiggestellt sind die 41 Kleinwohnungen an der Dorfstrasse. Wie Hegglin bestätigt, liegt das Baugesuch von Audi für eine Garage an der Oberrohrdorferstrasse beim Kanton zur Bewilligung vor. Weiter will die Gärtnerei Schoop ihren Sitz nach Fislisbach verlegen, da der Platz in Dättwil zu knapp geworden ist. Ein Baugesuch liegt vor. Allein mit der Gärtnerei wird es in Fislisbach 60 Arbeitsplätze mehr geben. Ob die Mitarbeitenden in Fislisbach leben wollen, bleibt natürlich offen und sicher auch abhängig davon, ob die Teilrevision an der Gemeindeversammlung im Sommer 2015 von den Stimmberechtigten bewilligt wird und/oder Landeigentümer Mehrfamilienhäuser realisieren.

Die Entwürfe der Nutzungsplanung sowie die Bau- und Nutzungsordnung können bis zum 14.10. eingesehen werden.