Im Badener «Royal» sind in den vergangenen Jahren schon einige denkwürdige Konzerte gespielt worden; der Auftritt der Band «Finger Finger» zählt aber – so berichten es Besucher – zu den speziellsten Momenten in der Geschichte des ehemaligen Kinos, das inzwischen als Kulturlokal genutzt wird.

Rund 60 Flüchtlinge vor allem aus Syrien, Eritrea und Afghanistan, die derzeit im Badener Notspital untergebracht sind, besuchten das Konzert – und feierten teilweise so begeistert, dass sie die Bühne stürmten und direkt neben der spielenden Band tanzten und Party machten.

«Plötzlich 60 Asylbewerber da»

Christoph Küng, Mitorganisator der «One of a Million Konzerte», hatte einige wenige Asylsuchende auf die Gästeliste des Konzerts gesetzt, die er im Rahmen eines Deutschkurses für Flüchtlinge – dem «Kafi Royal» – kennen gelernt hatte. «Wir rechneten mit einem guten Dutzend und waren darum sehr erstaunt, als plötzlich rund 60 Asylbewerber vor dem Royal standen.» Er habe nach kurzer Bedenkzeit beschlossen, alle gratis ins Lokal hineinzulassen. «Schnell wurde klar, dass ihnen der Abend total gut gefällt. Man hat den meisten Flüchtlingen angemerkt, dass vieles für sie neu war, dass sie ein solches Konzert noch nie erlebt hatten.» Viele hätten sich danach überschwänglich bedankt, dabei gewesen sein zu dürfen. Auch die Stimmung bei den restlichen Besuchern sei gut gewesen, er habe keine negativen Rückmeldungen erhalten im Zusammenhang mit den ungewohnten Besuchern.

Auch für die Band war es ein aussergewöhnlicher Abend, berichtet der Badener Sänger und Bassist Nico Schulthess. «Es war mit uns abgesprochen, dass einige Asylbewerber unter den Zuschauern sein würden. Diesen Abend werden wir so schnell nicht mehr vergessen, es ist ein im positiven Sinn richtig wildes Konzert geworden. Ein Grossteil der anwesenden Flüchtlinge ist richtig mitgegangen bei unserer Musik, einige kamen gar auf die Bühne und tanzten mit uns. Es war ein super Konzert und ein rundum positiver Anlass.»