Jetzt steht der Abstimmungstermin fest: Am 28. September entscheiden die Würenloser, ob sie die Sportanlage Tägerhard weiter planen wollen. Damit befinden sie nochmals über einen Projektierungskredit von 160'000 Franken, den sie bereits an der Gemeindeversammlung vom 12. Juni guthiessen: mit 148 Ja- zu 108 Nein-Stimmen und entgegen dem Wunsch des Gemeinderats.

Auch SVP und FDP sind dagegen: Deshalb starteten sie am 13. Juni ein Referendum, um eine weitere Planung der Sportanlage zu verhindern. Rund zehn Personen haben innert fünf Wochen 616 Unterschriften gesammelt. 612 davon sind gültig, nötig waren 402. Statt mit Handaufheben müssen die Einwohner nun auf Papier und anonym über das Projekt abstimmen. Ob das zu einem anderen Ergebnis führt? «Ich erwarte auf jeden Fall ein anderes Resultat», sagt Thomas Zollinger, Präsident der SVP Würenlos. «Gemeindeversammlungen sind zwar höchst demokratisch, aber mittlerweile auch höchst fragwürdig. Man muss nicht viele Leute mobilisieren, um Millionen von Franken in eine andere Richtung zu lenken.»

Das Geld ist denn auch das Hauptargument der Sportplatz-Gegner: Würenlos ist die am stärksten verschuldete Gemeinde des Bezirks Baden. Aber die Sportvereine haben ein Platzproblem, der Ländli-Sportplatz ist in einem schlechten Zustand. Grund: Rund 250 Fussballer brauchen den Platz, zudem der Rugbyclub und im Sommer auch der Turnverein — zu viel für den arg gebeutelten Rasen. Dazu sagt Zollinger: «Wir sind daran interessiert, Lösungen zu finden. Das jetzige Projekt ist aber alles andere als verhältnismässig.» Die Kosten belaufen sich auf rund 5,392 Millionen Franken. Die Einwohnergemeinde übernähme davon 2,8 Millionen Franken, der Rest würde zwischen Ortsbürgergemeinde, Gemeindewerken und allenfalls Nachbargemeinden aufgeteilt. Auf 25'000 Franken werden die jährlichen Unterhaltskosten geschätzt, auf 150'000 Franken die jährlichen Abschreibungen.

Auch die Befürworter argumentieren mit den Kosten: «Der Fussballplatz inklusive Garderobe kostet maximal 1,5 Millionen Franken. Den Rest machen die Kosten für die Erschliessung aus», sagt Edgar Gut, Präsident des Sportvereins Würenlos (SVW). «Genutzt wird die Erschliessung vom ganzen Gebiet. Insofern kann der Sportverein nichts dafür, dass dadurch die Gesamtinvestition so teuer wird.» Ein Teil des Tägerhards ist Gewerbeland, das der Ortsbürgergemeinde gehört. Auch sie würde von der Erschliessung profitieren.

Würenloser tschutten auswärts

Edgar Gut sagt, dass die Sportvereine ihren Beitrag geleistet haben und auch künftig leisten werden, damit das Projekt möglichst günstig und für die Gemeinde tragbar sei. Als Garderoben sind Container für 300'000 Franken vorgesehen. Befestigte Garderoben würden mehr als dreimal so viel kosten. «Die Sportvereine wollen eine bescheidene, aber langfristige Lösung, denn ihre Existenz steht auf dem Spiel.» Der SVW entlastet zudem das Ländli: Der Fussballclub hat mittlerweile fünf Teams weniger. Und sechs Teams respektive 120 Spieler trainieren auswärts. «Trotz dieser Entlastung ist der Platz massiv überbelastet», so Gut.

Die CVP befürwortet den Projektierungskredit. Für ihren Präsidenten Sigi Zihlmann ist klar: «Würenlos hat nicht nur Schulden, sondern auch brachliegendes Kapital, das man verkaufen könnte.» So liessen sich die Schulden laut Zihlmann mindestens halbieren. Er schlägt vor, dass die Gemeinde erwägt, das Kabelnetz und Bauland zu verkaufen. Zum Beispiel das Wiemel-Grundstück, das die Gemeinde einst für 4,6 Millionen Franken kaufte, um darauf einen Fussballplatz zu bauen oder den Gatterächer, den man für 4,8 Millionen Franken kaufte, um darauf ein Pflegeheim zu erstellen. Beide Pläne wurden nie verwirklicht.