Baden
67 Tage länger: Erst dann ist Frau gleich viel wert

Am 8. März - dem Tag der Frau - ist die Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau ein grosses Thema. In Baden werden Passanten am Equal-Pay-Day auf die Ungerechtigkeit aufmerksam gemacht.

Yvonne Lichtsteiner
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Flavia de Biasio von der Business Professional Women (BPW) (links) verteilt Equal Pay Day Säcke
Flavia de Biasio von der Business Professional Women (BPW) (links) verteilt Equal Pay Day Säcke
Equal Pay Day - 67 Tage länger: Erst dann ist frau mehr wert
Flavia de Biasio von der Business Professional Women (BPW) (links) verteilt Equal Pay Day Säcke_2
Informationsmaterial des Equal Pay Day
Flavia de Biasio von der Business Professional Women (BPW) zu den Zielen des Equal Pay Day
Dominique Girod vom Vorstand der Business Professional Women (BPW) (links) im Gespräch mit zwei Frauen.

Yvonne Lichtsteiner

«Es ist beschämend und sehr erschreckend», sagt eine Passantin, als sie beim Equal-Pay-Day-Stand in Baden auf die Lohnungleichheit in der Schweiz angesprochen wird. Heute - am 8. März - dem Tag der Frau, ist das Thema Lohnungleichheit von Mann und Frau noch immer relevant. Denn noch immer verdienen Frauen, für die gleiche Arbeit, weniger als Männer.

«Frauen erhalten erst am 7. März denselben Lohn, den Männer bereits am 31. Dezember in der Tasche hatten», sagt Claudine Blaser vom Vorstand der Business Professional Women (BPW). Letztes Jahr war es noch der 11. März. Im 21. Jahrhundert sollte das Thema Gleichberechtigung in der Schweiz längst kein Thema mehr sein. Immerhin: Die Schweiz ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern mit 18,4 Prozent ein eher fortschrittliches Land. «In Frankreich und Italien liegen die Werte bei 29 Prozent», sagt Blaser.

Diese Zahl lässt sich mit einem einfachen Dreisatz berechnen. Man nehme 365 Tage, teile sie durch die Anzahl Tage, die Frauen länger arbeiten müssen (im Fall der Schweiz sind es mit dem diesjährigen Schaltjahr 67 Tage) und multipliziere die Zahl mit 100.

Ursache für die Lohnungleichheit

Wie lässt sich diese Ungleichheit begründen? Blaser weiss: «Frauen interessieren sich im Schnitt häufiger für Berufsgattungen mit niedrigeren Löhnen.» Ein Teil hänge aber auch von einer Lohndiskriminierung ab. Dabei gebe es grosse Branchenunterschiede. «Beim Bund ist diese Diskriminierung deutlich geringer als in der Privatwirtschaft», sagt Blaser.

Zuversichtlich in die Zukunft

Die BPW erhoffe sich durch die Equal-Pay-Day-Aktion eine rasche Verbesserung der Ungleichheit in der Schweiz. «Es ist wünschenswert, dass wir unseren Töchtern in 10 Jahren sagen können: Wir verdienen gleich viel wie unsere Kollegen», sagt Blaser. Wichtig sei deshalb, die Frauen jedes Jahr erneut darauf zu sensibilisieren.