Wie ein Pilz ist das vierstöckige Geschäftshaus aus dem Boden geschossen: Nur 147 Tage nach der Grundsteinlegung im März wurde gestern die letzte Deckenplatte auf das Gebäude gehievt, «das dreimal höher ist als der Springturm in Baden», sagte Christoph Schoop, Totalunternehmer und Geschäftsleiter der Tinoph AG, an der gestrigen Feier.

Damit sei der Rohbau des Geschäftshauses, das eine Geschossfläche von knapp zwei Fussballfeldern hat, trotz des schlechten Wetters auf den Tag genau fertiggestellt worden.

«Und trotz der erheblichen Schwierigkeiten mit der Gemeinde im Vorfeld der Bauarbeiten, die letztlich hohe Mehrkosten zur Folge hatten», fügte Benno Zehnder, Bauherr, an. Gemeinderätin Monika Locher entgegnete: «Das Gebäude steht am Dorfeingang.

Die Gestaltung der Fassade, die Umgebung sowie das Erscheinungsbild der Tiefgarageneinfahrt mussten überarbeitet werden.» Mit dem Endergebnis sollten jedoch alle zufrieden sein. Allen voran die Publicare AG, Käuferin und Bauherrin. Die Firma ist auf Inkontinenz-, Stoma- und Wundversorgung spezialisiert und will am 8. April 2015 ihren neuen Geschäftssitz beziehen.

Inkontinenz nimmt zu

Grund für den Umzug sind die zu klein gewordenen Räume in Baden-Dättwil. Seit der Gründung 1993 ist die Mitarbeiterzahl kontinuierlich gestiegen. Oberrohrdorf erhält damit 68 Arbeitsplätze. Ein erfreulicher Zuwachs für die Gemeinde, die ohnehin mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat.

Wie Martin Künzler, Geschäftsführer Publicare AG, bekannt ist, werden sich einige Mitarbeiter in Oberrohrdorf niederlassen. Und es wird noch besser: «Unsere Planung sieht vor, dass wir bis 2015 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben werden», sagt Künzler. Die Expansion der Firma sieht er darin begründet, dass die Inkontinenz steigt. «Menschen werden immer älter, aber nicht gesünder.» Die Publicare AG arbeitet unter anderem mit der Spitex AG zusammen.