Bisher waren die gelisteten Bauten, Gebäudegruppen und weitere Objekte rechtlich nicht gesichert. Der Gemeinderat hat deshalb eine Planungsvorlage ausgearbeitet, die sogenannte «Teiländerung Nutzungsplanung Schutzobjekte». Damit lassen sich die Voraussetzungen für den Erhalt der Objekte innert nützlicher Frist schaffen. Nun liegt die Nutzungsplanung noch bis zum 28. November zur öffentlichen Mitwirkung im Rathaus auf.

Das Bauinventar ist in den letzten Jahren aufgrund zweier einwohnerrätlicher Vorstösse aktualisiert und um die Zeitepoche von 1920 bis 1980 erweitert worden. Heute sind darin 95 Objekte verzeichnet. Das sind im Vergleich zum Kurzinventar, das der Kanton 1998 ausgearbeitet hatte, 21 mehr.

Für die Nachwelt ablesbar

«Der Gemeinderat will, dass die Bevölkerung in einer qualitativ guten Siedlung wohnt, in der die verschiedenen baulichen Epochen identifiziert werden können», sagte Gemeindeammann Roland Kuster an einer Medienkonferenz. Mit der Teiländerung würde zum einen das Erscheinungsbild der Bauten gestärkt, deren Schutz der Bevölkerung wichtig sei.

Beispielsweise Objekte in den drei historischen Kernen Klosterhalbinsel/Bahnhof, Dorf/Eigi und Langenstein. «Zum anderen sichert die Teiländerung auch wichtige öffentliche Gebäude und macht zentrale Entwicklungsschritte der Gemeinde für die Nachwelt ablesbar.»
Das aktualisierte und erweiterte Bauinventar unterscheidet zwischen Inventar- und Schutzobjekten. Erstere sind im Gegensatz zu den Schutzobjekten nicht unter Schutz gestellt, jedoch kann die Gemeinde bei Bauvorhaben spezifische Anforderungen an die Gestaltung verlangen.

Bei Schutzobjekten sind bauliche Veränderungen am Gebäude nur möglich, wenn die im Bauinventar beschriebenen Besonderheiten berücksichtigt werden. Unter derselben Voraussetzung sind auch Zweck- und Funktionsänderungen möglich, beispielsweise von Wohnen zu Gewerbe. Bei Ensembles, bei denen sich die besondere städtebauliche, kulturelle oder ästhetische Qualität aus dem Zusammenspiel verschiedener Einzelbauten ergibt, sind zusätzlich unter klar definierten Rahmenbedingungen auch Ersatzbauten zulässig.

Planungszone erlassen

Für die Zeitspanne, bis die geänderte Nutzungsplanung rechtskräftig wird, hat der Gemeinderat im Mai 2016 eine Planungszone über die mutmasslichen Schutzobjekte erlassen. Sie gilt längstens fünf Jahre. Mit der Einführung wird verhindert, dass kein Gebäude, dessen Substanz gesichert werden soll, abgerissen oder in eine falsche Richtung saniert wird. «Die Planungszone stellt aber kein Bau- oder Veränderungsverbot dar», betont Kuster.

Bei Bauvorhaben müssten einzig Besonderheiten des Objekts berücksichtigt werden, die im Bauinventar beschrieben sind. Beispiele für erfolgte oder geplante Umbauten von Bauinventarobjekten seien der Murihof im Dorfzentrum, das sich im Gemeindebesitz befindliche Bauernhaus an der Kirchstrasse oder das Schulhaus Margeläcker. «Wir können nur in die Zukunft blicken, wenn wir die Vergangenheit kennen und zu ihr stehen», sagt Urs Heimgartner, Leiter Bau und Planung.

Während der Mitwirkung können sich Grundeigentümer und Interessierte zur «Teiländerung Nutzungsplanung Schutzobjekte» äussern. Eingaben sind schriftlich an den Gemeinderat zu richten und müssen einen Antrag sowie eine Begründung enthalten.