1995 feierte die Gemeinde Wettingen im Rahmen ihres 950-jährigen Bestehens letztmals ein zehntägiges Fest. 25 Jahre später wird das Dorf wiederum gross feiern – seinen 975. Geburtstag.

«1995 war ein Fest, das die Gemeinde zusammengeführt und wunderbare Erinnerungen hinterlassen hat», sagte Gemeindeammann Roland Kuster (CVP) an einer Infoveranstaltung diese Woche, an der über 110 Vereine und rund 170 Personen teilgenommen haben. Nun sei die gleiche Aufbruchstimmung wie damals spürbar. «Die Gemeinde wird erneut zusammenstehen, um gemeinsam eine Feier zu organisieren, an die sich die Bevölkerung in den nächsten 25 Jahren hoffentlich gerne wieder erinnern wird», fügte Kuster an.

Die Jubiläumsfeier findet vom 14. bis 23. August 2020 statt. Organisiert wird sie von einem OK unter der Leitung von Präsident Paul Koller und Vizepräsidentin Ursula Oeschger. Das Fest wird aber nicht nur an jenen zehn Tagen, sondern das ganze Jahr hindurch mit monatlichen Ereignissen aus Bereichen wie Kultur, Sport, Familie oder Musik gefeiert. Kurzum: «Alles, was in diesem Jahr in Wettingen stattfindet, soll den Stempel des 975-Jahr-Jubiläums tragen», sagte die Leiterin des Gemeindebüros, Sandra Thut, die das OK als Vertreterin der Gemeinde unterstützt.

Festmotto lautet «Atmosphäre»

«Das 975-Jahr-Jubiläumsfest soll eine eigenständige, einmalige Feier sein», erklärte OK-Präsident Koller und betonte, dass man den Vergleich mit anderen Festivitäten nicht scheue, jedoch diesen Vergleichen nicht nacheifere. «Das Fest wird unserer sowie der nächsten Generation Schub verleihen und den Zusammenhalt stärken.» Vereine, Schulen, Organisationen, Institutionen seien Teil des Festes und würden ihre Ideen, Konzepte und Emotionen einbringen. Die Jubiläumsfeier soll sich dabei unter dem Motto «Atmosphäre» durch ein einzigartiges Umfeld auszeichnen, durch eine abgehobene Stimmung, leuchtende Sternstunden und schweizweite Ausstrahlung, so das OK.

Der Festperimeter erstreckt sich über die Zentralstrasse, die Zirkuswiese und das «Margeläcker»-Areal, wo unter anderem Festbeizen, Bauten, Kleinkunstbühnen sowie Kulturcafés stehen werden. Eine «Limmattalbahn» wird die Besucher ins «Tägi» fahren: Dort befinden sich weitere Festaktivitäten wie ein Lunapark, ein Riesenrad, eine Open-Air-Bühne und weitere Getränke- und Essensstände. «Es freut mich, dass wir im Eröffnungsjahr des Tägi bereits ein grosses Ereignis feiern dürfen», sagte «Tägi»-Geschäftsführer Marco Baumann, der im OK für das Ressort Unterhaltung zuständig ist.

Besucher bezahlen Eintrittsgebühr

Um den Abfall in Grenzen zu halten, ist ein System mit Mehrwegbechern geplant. Auch ist vorgesehen, dass die Feier bargeldlos wird: Dabei sollen an verschiedenen Standorten aufladbare Karten erhältlich sein, mit denen Besucher ihre Konsumationen bezahlen können. Was die Sicherheit betrifft, werden Rettungsachsen, Sammelplätze sowie Landeplätze für Rettungshelikopter definiert. Zudem hat die Polizei vor, auf dem Festgelände einen Aussenposten einzurichten.

Wie wird das 975-Jahr-Jubiläum finanziert? Es gibt verschiedene Einnahmequellen – zum Beispiel die Eintrittsgebühr: Wie bei der Badenfahrt 2017 gibt es Tages- und Festpässe sowie limitierte Festplaketten. Bei den teilnehmenden Vereinen wird eine Umsatzabgabe erhoben, wobei diese je nach Grösse und Aufwand der Festbeiz unterschiedlich hoch ausfallen soll. Auch Sponsorengelder von Firmen und Privatpersonen sollen zur Finanzierung beitragen. Nicht zuletzt will die Gemeinde etwas dazu beisteuern.

Bericht und Antrag Anfang 2019

In diesem Zusammenhang hat die Fraktion FDP im Oktober im Einwohnerrat eine Interpellation eingereicht. Sie will wissen, ob im Budget 2019 bereits ein Posten für die Planung der Festivitäten vorgesehen ist und wenn ja, welche Summe. Auch will sie Auskunft darüber, wann der Einwohnerrat mit einem Bericht und Antrag rechnen kann. Auf die Fragen angesprochen, sagte Gemeindeammann Roland Kuster am Rande der Infoveranstaltung, dass man im Januar 2019 eine Dokumentation vorlegen und einen Beitrag beantragen werde.

Zur Kritik, dass bereits viel aufgegleist worden ist, ohne dass das Parlament einen Kredit bewilligt hat, antwortete Kuster: «Es ist richtig, dass bereits viel Engagement an den Tag gelegt wurde. Doch damit der Einwohnerrat über etwas befinden kann, braucht es eine gewisse Vorbereitung.» Man habe aus «Little Wettige» gelernt – zur Erinnerung: Die Kreditabrechnung zum Badenfahrtprojekt wurde zweimal zurückgewiesen, weil unter anderem eine detaillierte Abrechnung fehlte –, weshalb man dem Einwohnerrat einen umfassenden Antrag unterbreiten wolle.

Ab 1. Februar 2019 können sich Vereine fürs Fest bewerben, wobei Ideen und Konzepte zum Motto «Atmosphäre» einfliessen sollen. Die Anmeldefrist läuft bis 30. Juni.

Weitere Informationen auf: www.wettingen975.ch