Grossratsfeier

Aargau-Slam voller Wortakrobatik: «Uf Wieder-Seenge mitenand»

Simon Lipsig bei seinem eindrücklichem Auftritt an der Wahlfeier in Baden.

Simon Lipsig bei seinem eindrücklichem Auftritt an der Wahlfeier in Baden.

Der Badener Slam-Poet Simon Libsig begeisterte an der Grossratspräsidentenfeier von Thierry Burkart die Gäste mit einer Wortakrobatik über die Aargauer Gemeinden. Die az druckt sie. Viel Spass!

Wenn mech usserhalb vom Kanton amigs Lüüt fröget, vo wo chunsch? Und ich säge, ich chum usem Aargau, denn lueged die mech zerscht emol a, as hät ich es Baregg...as hät ich es paar Egge ab. Jo, die dänked sech, ouh, dasch weder eine vo däne Sau-Tunnel, äh, Sau-Tubel, e grossi Röhre, aber nüd dehinder! Bi däm staut’s, bi däm stocket’s! Und denn redet’s mit mer nur no im Schritttempo oder mit azogniger Handbräms.

Würklech, die händ s’Gfühl, nume will ich usem Aargau chume, häig ich voll Rohr nume Sulz im Chopf. Die meined ich sig völlig Dürenäsch, völlig dure bi Rot..hrist. Eine, wo usem Aargau chund, dä ghört für die diräkt is Kuratorium, äh is Sanatorium. Und zwar ufem schnellschte Wäg, also möglichscht Baldige, am beschte no Reitnau...right now. Würklech, ich säg d’Wohrheit, ich duen nöd Lüggere!

Wenn ich säge ich chume usem Aargau, denn herrscht zerscht emol Stilli. Do Veltheim nüd meh i was
säge. Würklech, do müemer Rüss nüt vormache. Do chömed die ad Limmig, äh as Limit, do werdet die völlig verLägere!

Und denn chasch druf Wettige, denn chund garantiert irgend sonen dumme Spruch über wiissi Socke oder Autobahn-Usfahrt oder AG = Achtung Gefahr, und do muess ich eifach säge, weisch was, Gopfer-Telli, ich gib Der en Grosse Rot:Frick Di sälber! Nei, würklech, dä Scherz isch so Oberflachs! Dä isch überhaupt nöd Lupfig! Weisch was, Fahrwange! Vo mer us chasch irgendwo imene Schwaderloch ver-Rekinge.

Nei würklech, am beschte hebsch jetzt eifach Din Frässbalke, und zwar
Tivoli, suscht Shoppi Der eini dri - und denn Windisch devo. Oder ich gingg Der i Dini Spreitebüx, und denn isch denn aber fertig mit Chinderparadis! Und PSI, am beschte ziehsch jetzt eifach Von Dänike, suscht git’s Bobo!

Nei, klar, das wär völlig Würelos, äh würdelos, aber mängisch macht’s mi eifach Suhr. S’schloht mer richtig uf de Magde. Würklech, do bechum ich halbe Köllike. Ich mein, wennd seisch, ich chume usem Aargau, denn wirsch hüfig so vo obenabe behandled, so als wäred alli andere die Liebe und mer die Böze. As chämed mer diräkt usem Düfelschäller. Nei, do chönt ich amigs Gräniche! As siged die öppis Bessers, as sitzed die ufem Kaiserstuhl, und mer, mer Huse bi Brugg, äh under de Brugg.

Ich meine, was händ die s’Gfühl? Händ die s’Gfühl, mer siged irgendwelchi Bünze-Schwitzer, wo völlig ver-Schupfart irgendwo zmitzt im Schaache us, äh im Chrache us wohned, imene Tüfethal, hinder em Bözberg, und me ghört de Vogelsang und d’Hornusse und d’Chüe, wo Muhe, und am Obig bringed mer no d’Schof-is-Heim?

Ich meine, das müend mer eus doch nöd loh Büttike! Mer sind doch nöd irgendwelchi Hinderbänkler, mir sind Holderbänkler! Mer sind
vellecht nöd obercool, aber mer sind Oberkulm.

Nei würklech, das ständige Ume-hacke uf däm Aargau, das muess me jetzt eifach emol be-Endige! Und zwar Wide ...wide Blitz! Klar, das brucht Mumpf, äh Mumm, aber do muess jetzt eifach mol öpper füre stoh und säge, guet, ich übernime das Frei-Amt, das hani scho immer Wohle, jetzt goht’s Zurzach! Jo, suscht chömed mer do nie vom Fläck, suscht dreihed mer eus do im Aargau eifach 149 mol im Chreisel.

Nei, s’brucht jetzt eifach mol öpper, wo mit all däne Vorurteil cha uf-Rümike. Und ich mein jetzt nöd voll Agglo, äh voll aggro, so wie en Habsburger ufem Legionärspfad. Nei, mer bruched niemert, wo Stei rührt. Badener Stei oder Biberstei. Das bringt nüd, suscht rürt dä Auestei und dä Auestei und dä Auestei. Das würd niemertem Hilfike!

Nein, mer bruched niemert, wo Schneisige schloht, mer bruched öpper, wo cha Brugg baue, e Chettebrugg zwüsched däne Döttige und däne Dottike...

Und au wenn mer alli echli eige sind, aso Eike, im tüfschte Innere, im Uerkheim, vo Naturama us simmer doch alli glich...

Mer bruched kein Hero (engl.), aber mer bruched en Hero, eine, wo sech wien es Mammut iisetzt, und zwar nöd nur für wenigi, nei, für Villige. Eine, wo sech chan duresetze, mitere harte Bire, mitere Birrhard. Aber kän Verbissene, nei, en Heitere, eine wo find s’Läbe isch Fantoche, und dä cha vo mer us au mol Kiff, oder Birr trinke wie en Oxer, dasch mer glich, das chan ihm ver-Zeihe.

Mer bruched eifach e gueti Aargauer Mischig wiene Rüeblitorte, öpper zwüsched Kunschtwärch und Chraftwärch, eine, wos ABB, äh, s ABC beherrscht, eine, wo weiss, s’Wichtige find nie im Chopf, das find immer im Leibstadt, eine, wo cha sim Herznach, und das söll er nöd nur, das Moslerau. En Ehrliche, eine, wo mit guetem Gwüsse chan Händschike, äh Händshake. Mer bruched kein Meisterschwindler, mer bruche en Meisterschwandler. Mer bruched niemert, wo eus Sandburge baut, mer wänd es Wasserschloss!

Und uf das stoss ich a, miteme doppelte Pukelsheim. Uf Wieder-Seenge mitenand.

Simon Libsigs Text zur Wahlfeier von Grossratspräsident Thierry Burkart

Simon Libsigs Text zur Wahlfeier von Grossratspräsident Thierry Burkart

Meistgesehen

Artboard 1